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Next Level – so bekam ein brutalistisches Gebäude in Wien ein Make-Over
Ein brutalistisches Split-Level-Gebäude in Wien aus den 70er-Jahren erhält vom Architekten Rupert Zallmann ein längst überfälliges Update. Entstanden sind neun verspielte Ebenen voller architektonischer Überraschungen
Dieses Gebäude in Wien erstreckt sich über neun Stockwerke und verbirgt private Räume hinter versteckten Türen. AD100-Architekt Rupert Zallmann verlieh dem brutalistischen 70er-Jahre-Bau ein verspieltes Update.
Abreißen oder sanieren? Diese Frage stellten sich die Eigentümer eines 70er-Jahre-Gebäudes in Wien, das man nicht im klassischen Sinne als schön bezeichnen würde. Der brutalistische Stahlbetonbau des weniger bekannten Architekten Gerhard Lischka lag im Dornröschenschlaf, Wände und Decken des Inneren waren mit Rigipsplatten verkleidet, auf den Böden Auslegeware. Sie beauftragten den AD 100-Architekten Rupert Zallmann, sich mit dem klotzartigen Bau auseinanderzusetzen. „Es galt, die Essenz des Gebäudes herauszuarbeiten“, sagt Zallmann, der einst an der weniger technischen, mehr auf den gestalterischen Aspekt der Architektur fokussierten Universität für angewandte Kunst in Wien studiert und im Anschluss für das Wiener Architektur-Urgestein Gregor Eichinger gearbeitet hatte.
Next Level: Rupert Zallmann renovierte den brutalistischen 70er-Jahre-Bau auf raffinierte Weise
Zallmann stürzte sich in die Materie, recherchierte, ließ Gutachten erstellen, holte Fördermittel ein und kam zu dem Schluss: „Das Haus ist erhaltungswürdig – und sogar sehr schön.“ Das Außergewöhnliche an dem von außen zunächst unscheinbaren Bau sind seine Split-Levels, also seine Halbstöcke. Von seinen drei Geschossen führt ein Treppenlauf nach oben und nach unten auf eine Zwischenetage, sodass samt einer Galerie unter dem Dach insgesamt sieben Ebenen entstehen, hinzu kommen noch zwei Dachterrassen, von denen aus man, dank zusätzlicher Hügellage, einen wunderbaren Rundum-Blick über die Stadt genießt.
An den Rand des unteren Levels verlegte Rupert Zallmann den Pool; daneben, unter den Aufgang zu Level 9, platzierte er eine schattige Sitzbank.
„Es galt, die Essenz des Gebäudes herauszuarbeiten.“
Rupert Zallmann
Der erste große Schritt bestand darin, die „Hardware“ des Hauses zu erneuern. Das Gebäude war kaum gedämmt und wurde mit einem alten Gaskessel geheizt, auch sämtliche Leitungen mussten ausgetauscht werden. „Gestalterisch wollten wir den brutalistischen, monolithischen Charakter wiederherstellen“, so Zallmann. Also ließ er alle Zwischenwände und Rigipslatten entfernen; aus drei bis fünf Räumen je Level wurde so zunächst eine große, durchgehende Etage.
Im Wohnzimmer auf Level 5 verbirgt ein Eichenholzregal mit verspiegelter Bar die Treppe zur Galerie. Thonet-Stühle „No. 17“ aus dem Bestand.
Jetzt war es Zeit für die „Software“: Statt fester Wände setzte der Wiener Architekt auf falt- und klappbare oder verspiegelte Wände und auf Vorhänge sowie auf zweifarbige Terrazzo-Böden, um die großen Flächen zu strukturieren. So entstanden Räume, die sich, beinahe wie in einem Computerspiel, manipulieren und modifizieren lassen, bei denen sich an den unerwartetsten Stellen geheime Türen auftun und die privateren Teile des Gebäudes zugänglich machen.
Hinter der raumhohen Bibliothekswand auf Level 3 versteckt sich der Zugang zu den Schlafzimmern. Hinter verborgenen Türen …
Im Treppenhaus etwa lässt sich eine eingebaute Bücherwand öffnen – dahinter liegt das Schlafzimmer der Eigentümer. Die auch für Gäste zugänglichen Bereiche befinden sich mit der Wohnküche im Erdgeschoss sowie mit dem Wohnzimmer und den Dachterrassen samt Pool auf den oberen Levels. Wenn Besucher das Treppenhaus benutzen, um nach oben zu gelangen, besteht dank der gut verborgenen Türen keine Gefahr, dass sie versehentlich in die privaten Schlafräume abbiegen.
Die stoffbespannten Paneele entlang der Schlafzimmerwand verbergen Eingangstür, Kleiderschrank und Bad. Verspiegelte Wandflächen lassen die Räume größer wirken.
Neben diesem pragmatischen Aspekt ist aber auch eine gemeinsame Vorliebe für verspielte und mehrdimensionale Elemente beim Architekten und seinen Auftraggebern:innen der Grund für bauliche Überraschungen. Eines von Zallmanns persönlichen Highlights ist das Waschbecken im Bad. Das halbrunde Becken, das extra für dieses Projekt aus Quarzit 3D-gefräst wurde, wird im Spiegel zu einem vollständigen Kreis.
Eine Faltwand aus Stoffplatten trennt das Schlafzimmer vom En-suite-Bad. Das halbrunde Waschbecken wurde für das Projekt aus „Taj Mahal“-Quarzit gefräst; der Spiegel dahinter vervollständigt es zum Kreis. Das Schaukelsofa im Schlafzimmer ist ein Entwurf des Architekten, gefertigt von der Tischlerei Wilfinger.
Die Küche ist ähnlich raffiniert: Durch die vollflächig verspiegelte Wand scheinen die davor hängenden Küchenkästen zu schweben. Im zugeklappten Zustand verschmelzen die weißen Schränke mit den weißen Wänden. Öffnet man hingegen die Kastentüren, entsteht eine durchgehende Regalwand, die alles Notwendige für die Küche im Sichtfeld vereint. Die Innenflächen sind im Kontrast zur sonst minimalistisch weißen Küche aus Eichenholz gefertigt.
Im Wohnzimmer ist ein weiterer Kamin, diesmal mit einer Sitzbank aus Granit. Der Vintage-Sessel stammt aus Dieter Rams’ „620“-Programm für Vitsœ.
Komfort trifft auf Minimalismus
„Es war ein ständiger Spagat zwischen Komfort und Minimalismus“, fasst Zallmann seinen Einsatz zusammen. Denn das Gebäude sollte lebendig und charismatisch sein, sich gleichzeitig aber auch immer wieder zurücknehmen können, um den wechselnden Kunstwerken der Eigentümer Raum zu geben. Gelungen ist ihm dieser Spagat, indem er zwar die brutalistischen Elemente des Gebäudes zum Vorschein gebracht, aber um Parkett- und zweifarbige Terrazzoböden ergänzt hat.
Im Eingangsbereich sind ein roter Terrazzo-Boden und Einbauten aus Eiche.
Mit stringent durchdachten Holzeinbauten, textilen Elementen und sorgsam platzierten Möbeln hat er den nüchternen Bau in ein Zuhause verwandelt, dessen zahlreiche Ebenen Bezug zueinander aufgenommen haben. „Durch das Entfernen der festen Wände können die Ebenen über mehrere Etagen miteinander kommunizieren, aber auch das Licht kann strömen“, sagt Zallmann.
Von der Spitze des Hauses auf Level 9 bietet sich ein spektakulärer Blick auf die Skyline von Wien und auf den Pool der Dachterrasse.
Pool mit Skyline-Blick auf der Dachterrasse
Ein weiteres Highlight ist der Pool auf der Dachterrasse. Bereits vor der Sanierung gab es hier ein Becken, aber ein klassisches, in den Boden eingelassenes, um das man herumgehen konnte. Zallmann hingegen ließ den Pool eins mit der Architektur werden, indem er ihn an die Kante des Gebäudes verlegte. Die Brüstungsplatten werden somit zur Poolwand, wodurch, wie im Innenraum, auch hier die brutalistische Ästhetik gewürdigt und betont wird. Nur außen lassen Zallmann und die Eigentümer die Beton-Ästhetik unauffällig verschwinden – unter den grünen und roten Ranken des wilden Weins, der nach und nach das Gebäude überwuchern soll.
Neben dem Pool auf der Dachterrasse fügt sich eine eingebaute Holzbank mit Tisch nahtlos an. Perfekt im Halbschatten gelegen um sich im Sommer vor der Hitze zu schützen.
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