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Wie Pierre Yovanovitch aus einer 500 Jahre alten Wohnung ein modernes Zuhause für eine Familie schuf
Der Ort: Paris, Quartier Latin. Die Wohnung: ein Mix aus zwei Gebäuden und fünf Jahrhunderten. Der Designer, der alles in Harmonie zu vereinen weiß: Pierre Yovanovitch!
Am Eingang begrüßt ein Gemälde von Xavier Daniels die Familie und ihre Gäste. Die Wandleuchten, die Stuckdecke und die Türen entwarf Pierre Yovanovitch. Die Sitzbank von Guillaume Bardet erwarb die Eigentümerin in der Galerie Kreo; Spiegel von Fontana Arte.
-Designer Pierre Yovanovitch eine 500 Jahre alte Wohnung in Paris in ein trautes Familienheim verwandelte.
„Es gab hier ein paar sehr seltsame Dinge: schief geschnittene Zimmer, eine Etage mit zwei Ebenen, Treppen im schmalen Flur.“
— Pierre Yovanovitch
Bei manchen Wohnungen hat man den Eindruck, sie wurden vor allem gestaltet, um den Augen zu schmeicheln. Aber dem Technologieinvestor Pierre Krings und seiner Frau, der Modeunternehmerin Nima Krings, ging es in ihrem Appartement darum, welchen Auftritt man dort hat. Und zwar im buchstäblichen Sinn. Die Adresse: linkes Seineufer, 5. Arrondissement. Das Setting: 300Quadratmeter, vier Schlafzimmer. Der Empfang: Vor dem Betreten der Wohnung werden die Gäste gebeten, ihre Schuhe am Eingang zu lassen – eine kulturelle Praxis, die sich die Familie Krings während eines Aufenthalts in Japan angeeignet hat. Es dauert nicht lange, bis man merkt, wie angenehm das hier sein kann.
Designer Pierre Yovanovitch mit der Besitzerin Nima Krings.
Pierre Yovanovitch wollte eine warme Umgebung schaffen
Pierre Krings verkaufte seine Firma Priceminister 2010 an das japanische E-Commerce-Unternehmen Rakuten, Nima Krings ist die Gründerin von Nimette, einer Website, die Kleidung von unabhängigen Modedesigner:innen aus Japan und anderen Ländern vertreibt und in Kürze online geht. Wenn man vom gewachsten, aufgearbeiteten Eichenparkett im Entree über den abstrakten Plüsch-Aubusson im sonnigen Salon zum kühlen, von Delphine Messmer verlegten Mosaikboden in der Küche geht, fühlt sich das an, als würde man den Reiz dieses Appartements mit den Füßen erspüren. Das wirkt nicht nur stimulierend, sondern geradezu erheiternd – ein Genuss für die Seele und die Fußsohlen. „Das Ziel war es, eine sinnliche und warme Umgebung zu schaffen“, erklärt der Interiordesigner Pierre Yovanovitch in Strümpfen auf dem beheizten Marmorboden des Hauptbades. „Warm, das vor allem“, sagt Nima Krings, die barfuß neben ihm steht.
Pierre Yovanovitch machte aus einer 500 Jahre alten Wohnung ein modernes Zuhause
Als sie sich an die Renovierung machten, engagierten Nima und Pierre Krings Yovanovitch, weil sie dafür jemanden haben wollten, der es verstehen würde, die in Teilen fast 500 Jahre alte Wohnung in ein zeitgemäßes Zuhause für eine junge Familie mit kleinen Kindern und aktueller Kunst zu verwandeln, in dem aber auch die Geschichte des Gebäudes mit dem gebührenden Respekt behandelt wird. Denn in dieser Hinsicht hat das Appartement viel zu bieten. Versteckt in einem gepflasterten Innenhof mitten im historischen Quartier Latin, wohnte hier einst ein Verleger im Erdgeschoss. Im Laufe der Jahre zog er etliche Schriftsteller:innen an. „Der bekannteste“, erklärt Yovanovitch, „war Théodore de Banville“, ein symbolistischer Dichter des 19. Jahrhunderts, Freund von Victor Hugo und Charles Baudelaire.
Seit er ein 300 Jahre altes Schloss in der Provence kaufte und sanierte, kann den Designer nichts mehr erschrecken. Den Korridor mit Wandschränken zu beiden Seiten ließ er so behandeln, dass der Eindruck von homogen verputzten Wänden entsteht.
„Es war fast ein Kinderspiel: Das Besitzerpaar ist sehr entspannt, die Wohnung hatte gute Vibes. Ein paar Herausforderungen gab es aber doch.“ — Pierre Yovanovitch
„Dieses Projekt war einfach ideal“, fasst der Designer seine Erfahrungen mit Nima und Pierre Krings zusammen. „Die beiden sind super entspannt, charmant, clever, lustig. Das Gebäude hatte gute Vibes und gute Substanz, und die Lage ist toll. Eigentlich nennt man so etwas ein Kinderspiel. Obwohl es dabei auch ein paar echte Herausforderungen gab, die kreatives Denken erforderten.“ Da war einmal der Umstand, dass sich die Wohnung tatsächlich über zwei separate Gebäude erstreckt. Das eine stammt aus dem 17. Jahrhundert, das andere aus dem späten 18. „Wir hatten mit so einigen Eigenheiten zu kämpfen: Die Schlafzimmer waren ziemlich seltsam geschnitten, eine Etage hat verschiedene Ebenen und einen schmalen Korridor mit Stufen – zu Beginn standen wir vor einem wahren Wirrwarr von Bauteilen, die im Lauf der Zeit willkürlich verändert worden waren.“
Eine Runde Sache: Früher war das Elternschlafzimmer das Esszimmer. Pierre Yovanovitch gab dem Raum einen runden Grundriss, weil Bögen und Kurven in dieser Wohnung schon immer eine große Rolle gespielt haben. Bettüberwurf mit Stickereien von Lesage. Kunsthandwerk zieht sich wie ein roter Faden durch die Wohnung. Er ordnete das Durcheinander, indem er den Grundriss neu aufteilte. Er machte das ehemalige Esszimmer zum Elternschlafzimmer. Er betonte die Rundungen, die hier überall zu finden sind, überwölbte Türen und verpasste selbst den Einbauschränken runde Ecken. Er verlegte die Küche (die ursprüngliche war zu klein) in einen größeren Raum in der Mitte der Wohnung, um einen geselligen Treffpunkt für die Familie zu schaffen – mit einer einladenden Sitzbank und buttergelben Resopalschränken im Stil der 1950er-Jahre. In den Regalen ziehen Keramiken die Blicke auf sich, die Nima Krings von ihren zahlreichen Reisen mitgebracht hat. Die Hausherrin kam schon als Kind mit feiner Handwerkskunst in Berührung. Sie wurde in Guinea geboren und wuchs in Gabun auf, bevor sie mit neun Jahren mit ihren Eltern nach Paris zog. Ihre Wertschätzung für artisans verfeinerte sie später in Japan. In jeder Ecke der Wohnung gibt es handwerkliche Details, seien es handgemalte Sterne an den Wänden im Flur oder Stickereien von Lesage auf dem Bettüberwurf.
Das Interior ist ein fröhliches Durcheinander an Unikaten und Flohmarktfunden. Auch das Studio Yovanovitch steuerte mehrere Maßanfertigungen bei, darunter ein Set Leuchten aus Bronze, ein sichelförmiges Sofa und ein großer Esstisch aus Birnenholz. Dazu kamen Vintage-Trouvaillen wie Leuchten von Georges Jouve und Amaranth-Stühle von Armand-Albert Rateau aus den 1920er-Jahren. „Ich liebe es, Stunden auf Flohmärkten, in Galerien und Auktionshäusern zu verbringen“, sagt Nima. Auftragsarbeiten, wie im Esszimmer die Eckkonsole mit Schilfrohrfront von Fernando und Humberto Campana, vervollständigen das Interieur. Yovanovitch holte Meister:innen ihres Fachs ins Boot, etwa Pierre Marie, bekannt für seine Seidenschals für Hermès, der bezaubernde Buntglasfenster für das Hauptbad und ein Kinderzimmer schuf. Auch mit Matthieu Cossé hatte er schon gearbeitet (unter anderem bei seinem eigenen Schloss in der Provence) – von Cossé stammen die Appliken aus bemaltem Glas im Elternschlafzimmer und ein Fresko in einer Nische in der Küche. „Ich mag es, wie Matthieu die Dinge angeht“, sagt Yovanovitch. „Er beobachtet die Natur genau und erschafft daraus Werke, die fröhlich und sehr poetisch sind.“
Auf diese Künstler:innen setzte Pierre Yovanovitch. Gemeinsam wählten der Designer und die Krings auch die Kunst in der Wohnung aus – was Yovanovitch besondere Freude bereitete: „So eine Chance bekomme ich nicht immer, obwohl ich es liebe.“ Zu den Stücken, die sie erwarben, gehören Werke von Miquel Barceló, Latifa Echakhch, Johan Creten und Claire Tabouret. „Wir suchten Arbeiten mit hohem künstlerischen Anspruch, keine reine Dekoration“, erläutert Yovanovitch. „Es sollte Kunst sein, mit der man leben kann.“ Nima und Pierre Krings sind vom Ergebnis begeistert. „Es ist ein wundervolles Zuhause, wie ein Kokon“, sagt die Hausherrin. „Alle unsere Single-Freunde wollen, dass wir sie adoptieren, damit sie einziehen können.“ Kein Problem, denkt man, solange sie ihre Schuhe vor der Tür stehen lassen.
Ein Stein, eine Landschaft: Der Marmor im Elternbad sieht aus wie ein Gebirge – oder wie Wellen. Das Glasfenster fertigte Pierre Marie, der auch Carrés für Hermès entwirft.
Pierre Yovanovitch ist einer der wichtigsten Kreativen 2023 – AD100
AD100: Pierre Yovanovitch sollten Sie 2023 auf dem Schirm haben – er gehört zu den 100 besten Gestalter:innen und Kreativen aus Interior, Architektur und Design, ausgewählt von AD.
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