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Stars der Modefotografie – so leben Inez & Vinoodh auf Long Island
Im Landhaus des Modefotografen-Paars Inez van Lamsweerde und Vinoodh Matadin auf Long Island ist alles präzise kuratiert und wirkt doch lässig.
Mayer Rus
Karin Jaeger
So leben Inez & Vinoodh auf Long Island: Das Landhaus des Modefotografen-Paars zeigt, wie Natur, Mode und Reiseeindrücke aus aller Welt harmonisch zusammen kommen.
„Das Auge muss reisen“, so lautete bekanntlich ein Credo der Stil-Legende Diana Vreeland. Nur wenige Augen dürften auf der Suche nach Schönheit und Inspiration weiter gereist sein als die der Modefotograf:innen und Künstler:innen Inez van Lamsweerde und Vinoodh Matadin. Im Laufe seiner Karriere hat das in den Niederlanden geborene Paar eine ganz einzigartige Vision entwickelt, die auf dem komplexen Pas de deux von Kunst und Kommerz basiert: Haute Chic verbindet sich mit Drama, gewürzt mit einer Prise Surrealismus und Fantasy.
In dem erstaunlichen Landhaus der beiden im Weiler Water Mill auf der South Fork von Long Island erwacht diese Vision dreidimensional zum Leben. Das über und über mit sehr persönlichen Kunstwerken und objets de vertu gefüllte Haus verkörpert van Lamsweerdes und Matadins stets waches Auge für faszinierende Farben und Formen und ihren malerischen Ansatz bei der Gestaltung von Räumen, bei der Komposition von Vignetten und der Rahmung von Ansichten.
Inspirationen für das Haus auf Long Island kamen aus aller Welt. Zeugen auch vom reichen Fundus an Eindrücken, den das Paar auf seinen Streifzügen durch die Welt sammeln konnte. Man nehme nur den Bambushain, der schon die Auffahrt des Anwesens mit Atmosphäre auflädt: Er ist vom Bühnenbild einer „Madama Butterfly“-Inszenierung des spanischen Avantgarde-Ensembles La Fura dels Baus in den römischen Caracalla-Thermen inspiriert. Dann die Enfilade aus Kräuselmyrten im reizenden walled garden: Sie erinnert an die rosafarbenen Akzente im kubistischen Garten der Villa Noailles in Hyères. Das En-suite-Schlafzimmer im aufgesattelten Obergeschoss des Hauses wiederum orientiert sich am Grundriss und an den Proportionen des Yoga-Pavillons im Resort „Como Parrot Cay“ auf den Turks- und Caicosinseln, einem der liebsten Reiseziele des Paars. Egal ob im Haus oder im Garten: Wohin man sich auch wendet, überall stößt man auf etwas, das einen zum Staunen oder Grübeln bringt oder eine Geschichte zu erzählen hat.
Man betritt das Anwesen über Stufen aus rotem Colorado-Sandstein, die durch einen von Edwina von Gal angelegten Bambushain zu einem modernen walled garden führen. In dessen Zentrum stehen ein Tisch und Bänke aus Yellow-Cedar-Holz – der Architekt und Woodworker Simrel Achenbach hat das Ensemble entworfen.
„Wenn wir einen besonderen Moment im Haus schaffen, freuen wir uns genauso, wie wenn uns ein großartiges Foto gelungen ist.“ Inez van Lamsweerde
„Das Haus ist wie eine fortlaufende Story aus lauter Stillleben. Wir sind ständig auf der Suche nach Schönheit, schieben Dinge hin und her, verlieben uns in neue Farb- und Objektkombinationen“, so beschreibt Inez van Lamsweerde die rastlose Suche der beiden und ihr Talent, ästhetische Verbindungen jenseits von Zeit, Herkunft und Background zu schaffen. „Wenn wir einen besonderen Moment im Haus schaffen, freuen wir uns darüber genauso, wie wenn uns ein großartiges Foto gelungen ist.“
Die Leinwand für die kunstvollen Erkundungen des Paars ist ein ursprünglich eher unauffälliges Haus aus den 1960er-Jahren, das im Lauf der Jahrzehnte mehrfach renoviert und erweitert wurde – als van Lamsweerde und Matadin das Grundstück erwarben, präsentierte es sich als schlanker, einstöckiger, weiß gestrichener Bungalow im Bauhaus-Stil. Es liegt auf einem Hügel mit Blick auf einen großen Teich, in dessen Mitte sich eine grüne Insel befindet. Um die Transformation umzusetzen, die ihnen vorschwebte, zogen die beiden zwei Fachleute hinzu, die bereits an ihrem auf Pinterest omnipräsenten Loft in New York City mitgewirkt hatten: den Designer und Woodworker Simrel Achenbach mit seiner Firma Desciencelab, der die architektonischen Fäden in der Hand hielt, und den Interiordesigner Daniel Sachs vom Studio Sachs Lindores, der sie bei der Gestaltung des Interieurs beriet und bei der Beschaffung von Textilien und Möbeln unterstützte.
Ins Grüne oder ins Feuer kann man aus dem Nussbaum-Bett im Schlafzimmer blicken. Stehleuchten von Marset.
Ein Holzbau, der Architektur und woodworking vereint
„Das Loft war eindeutig ein wichtiger Bezugspunkt für dieses Projekt. Man merkt es daran, wie das Holz eingesetzt wird, und am Nebeneinander von weitläufigen Räumen und intimen Nischen“, erklärt Vinoodh Matadin. „Als wir das Haus kauften, war unser Sohn erst sieben Jahre alt. Er sagte: ‚Ihr solltet Sim mit dem Umbau beauftragen, und ihr solltet das Haus schwarz streichen‘, was wir dann auch gemacht haben.“
Simrel Achenbach errichtete nicht nur eine neue Schlafetage, die über die ursprüngliche Struktur hinauskragt, er hob dabei auch die Decke des geräumigen Wohnbereichs an, gestaltete ein Freiluft-Esszimmer in Form eines walled garden, schuf eine schattige Lounge am Pool und arbeitete mit Sachs und den Auftraggeber:innen zusammen, um individuelle Einbauten und Möbel zu entwerfen. In Anbetracht dessen, dass Achenbach seinen Ansatz als „holzzentriert“ beschreibt, überrascht es nicht, dass die Seele seines Beitrags im virtuosen Umgang mit diesem Baumaterial liegt: von Farmen in Pennsylvania geborgene breite Kiefernplanken an Böden, Wänden und Decken oder in der Küche samtiges Redwood aus alten Weinfässern. „Im Grunde genommen sind Architektur und woodwork hier ein und dasselbe“, fasst er das Projekt zusammen.
Nach der Erfrischung im Pool kann man sich auf Liegen ausruhen, die Sachs Lindores fertigen und mit Sunbrella-Stoff beziehen ließ.
Die Farbauswahl des Hauses ist von der Mode inspiriert. Daniel Sachs wiederum hebt besonders die Beständigkeit des gestalterischen Empfindens hervor, das sowohl das Loft des Paars in Manhattan als auch ihr Haus in den Hamptons durchzieht: Hier wie dort finden sich monumentale Noguchi-Laternen, indigogefärbte japanische Stoffe und ein schwindelerregendes Aufgebot an skulpturalen Möbeln und Accessoires. „Ein bedeutender Faktor ist natürlich die Landschaft ringsum“, sagt der Designer. „Hier ist alles darauf ausgelegt, die Verbindung zur Natur zu stärken.“ Kaum erstaunlich, dass auch die Mode ihren Einfluss ausgeübt hat. Die heitere Farbpalette aus Rosa-, Orange-, Lavendel-, Cognac- und Blautönen wurde durch ein Vintage-Foto inspiriert, das das Paar ins Spiel brachte: Darauf posiert das französische Model Denise Sarrault im Museum für Moderne Kunst in Paris vor einem Gemälde von Sonia Delaunay-Terk, dessen Farbtöne mit ihrer Garderobe korrespondieren.
Familienporträt: Inez van Lamsweerde, Vinoodh Matadin und ihr Sohn Charles (stehend) posieren auf der Terrasse, die das Haus L-förmig umläuft. Der orangebraune Stuhl vorne rechts ist von Chris Wolston.
Die Landschaft ringsum bettet den Bau in eine abgeschiedene Welt.
Für den Outdoor-Teil des Programms engagierten van Lamsweerde und Matadin die Landschaftsarchitektin und Umweltaktivistin Edwina von Gal, Gründerin der Non-Profit-Organisation Perfect Earth Project, und den Landschaftsgestalter Tony Piazza, der den Garten weiterhin pflegt und entwickelt. Von Gal konzentrierte sich auf die Wiederansiedlung einheimischer vogel- und insektenfreundlicher Pflanzen, die ohne den Einsatz von Chemikalien kultiviert werden. Ihre Eingriffe in die Landschaft – darunter der Bambushain, eine Böschung, die den Teich mit einer Rosenkaskade umgibt, eine blühende Wiese am Hang und ein zusammen mit Piazza angelegter Moosgarten im Wald am Rande des Grundstücks – tragen dazu bei, dass das Haus gefühlt von seiner eigenen privaten, abgeschiedenen Welt umgeben ist, weit entfernt vom Trubel der Hamptons. „Der wertvollste Teil der Landschaft ist der, den nicht ich geschaffen habe“, gesteht Edwina von Gal mit einem Lächeln, „der Teich und die Insel.“
Obwohl sich das Projekt alles in allem über etwa sieben Jahre hinzog, ist dieses Land-Paradies noch immer eine work in progress. „Es ist ein sich ständig weiterentwickelndes Gespräch, ein dauerndes Finetuning“, erklärt Vinoodh Matadin. Dennoch hat sich der große Aufwand schon jetzt gelohnt. „Wenn man, wie wir, aus dem kalten, verregneten Holland kommt“, sagt Inez van Lamsweerde, „ist dieser Ort einfach ein Traum.“
Ein sich ständig wandelndes Projekt: Weitere Einblicke in das Landhaus
Ein gemütlicher Lese- und Ruheplatz im Wohnbereich. Die Kissen aus alten japanischen Kimonostoffen fertigte Sachs Lindores. Beistelltisch von Inez’ Onkel Eugène van Lamsweerde.
Die Küche schreinerte Desciencelab aus Redwood – das Holz wurde wiederverwertet, wie auch die Kiefernplanken rundum.
Ein spektakulärer Materialmix prägt das Badezimmer im Parterre: Unter einer Decke aus Kiefernholzplanken trifft rosafarbener Marmor aus Portugal (im Duschbereich) auf klassischen Travertin. Der Hocker ist von Paul Ketz. Floral gemusterte Handtücher von D. Porthault.
Dieses Landhaus in den Hamptons bietet einen Rückzugsort vom Trubel New Yorks
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