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Wohnen, wo man sonst nur auf Safaris hinkommt: Dieses moderne Lehmhaus steht im Krüger-Nationalpark
Ganz nah an der Wildnis und den „Big Five“ hat Antoine Simonin ein Haus für eine Familie gebaut, das in den satten Farben der Natur leuchtet – außen wie innen.
Die Fassade aus Stampflehm in changierendem Rot-Beige, das Dach aus mattgrauem Stahl und der Boden aus glatt poliertem Beton – alles verschmilzt bei diesem Haus mit der Natur, ohne sie zu dominieren.
„Big Five“ hautnah erleben: Architekt Antoine Simonin baute einer Familie ein Haus aus Lehm in die Natur des Krüger-Nationalparks.
Im Westen des Krüger-Nationalparks zieht der Sabie-Fluss eine reiche Tierwelt an. Hier gibt es Krokodile, Nilpferde und die „Big Five“: Löwen, Elefanten, Breitmaulnashörner, Büffel und Leoparden, die die offiziellen Grenzen des Parks souverän ignorieren. Das
, um das es geht, gehört zu einem Gebiet, das erst vor Kurzem zur Bebauung freigegeben wurde und bewacht wird – gleichwohl ist die Nähe zur Wildnis vollkommen. Einer
, die sich je nach Jahreszeit verändert, genau wie der Fluss, dessen Wasserpegel stark schwankt. Baugenehmigungsverfahren sind hier langwierig, die Vorschriften zahlreich, und man versteht, warum: Der Boden des Hauses ist 80 Zentimeter höher als das Gelände, um Schutz vor Kriechtieren wie Schwarzen Mambas und Kobras zu bieten, daneben gibt es Auflagen aufgrund von Hochwasser, Wasserbeschränkungen, Stromversorgung durch Generatoren … „Es ist eine verbesserte Version des Zeltlagers à la Karen Blixen“, lacht
Antoine Simonin
Studio Asaï
, der vom Eigentümer beauftragt wurde, ein Haus mit zwei Schlafzimmern, zwei Bädern, einem Außen-Innen-Wohnbereich und einem Pool zu entwerfen. Ein großes, aber nicht riesiges Ferienhaus für eine amerikanische Familie mit vier Kindern, die sehr naturverbunden ist, Fotosafaris liebt und seit vielen Jahren in
Südafrika
lebt.
Reger Badebetrieb: Der nahe Sabie-Fluss zieht ganze Elefanten-Clans an.
Vorbild Termitenhügel: Simonin ließ sich beim Bau von der Landschaft inspirieren
Der Innenarchitekt fand beim Durchstreifen des Parks seine Inspiration. „Die vielen Termiten- oder auch die Felshügel, die zu natürlichen Dolmen-Architekturen übereinandergestapelt sind, ließen die Idee entstehen, das Gebäude so gut wie möglich
in die Landschaft zu integrieren
.“ Antoine Simonin wandte sich von den traditionellen südafrikanischen
ab, deren Strohdächer eine Neigung von 45 Grad erfordern, also relativ hoch sind, und deren Stil ein allzu ausgeprägtes koloniales Vokabular vermittelt – und entschied sich für eine Architektur, die aus der Erde kommt. Sehr schnell kristallisierte sich das Konstruktionsprinzip heraus: In eine erhöhte Betonplatte wird lokaler Kies eingearbeitet, der, geschliffen, den Boden auskleidet. Eine Art Terrazzo. Auf dieser Basis werden dann in einer Eisenkonstruktion mit Holzverschalungen Schicht für Schicht die Wände aus Stampflehm errichtet. Die Erden stammen von Ausschachtungen auf dem Gelände und schillern in Gelb-, Orange- und sogar Rottönen. In vielen Bereichen des Hauses ragen Flachdächer weit über die Außenwände hinaus und erinnern an die großen natürlichen Plateaus der umliegenden Landschaft. Der Grundriss besteht aus vier sich nach außen öffnenden Bereichen, deren Fenster in den Wänden verschwinden, und drei geschützteren Blöcken, in denen sich die beiden
Schlafzimmer
, die Bibliothek und die Eingangshalle befinden.
Die Kassettendecke aus Räuchereiche im Elternschlafzimmer wurde mit Flechttapete ausgefacht, das Bett
ist aus demselben Holz. Davor: Hans J. Wegners „CH 44“-Stühle, Marsets Stehleuchten „Funiculí“
und zwei Coffeetables von Lemon auf einem „Blur“-Teppich der Brüder Bouroullec für Nanimarquina.
Die Arbeit mit Lehm erwies sich als Herausforderung
Der Bau dieses Hauses, das so wenig wie möglich in seine Umgebung eingreift, brachte eine Reihe von Schwierigkeiten mit sich, denn die
Arbeit mit Lehm
hat ihre Tücken: Mal herrschte zu große Trockenheit, dann wieder brachte der Regen zu viel Feuchtigkeit auf einmal … Antoine Simonin zögerte daher nicht, mit dem Büro Nicholas Plewman Architects aus
zusammenzuarbeiten. „Nick hat viel Erfahrung mit dem Bau von Lodges in abgelegenen und sensiblen Gegenden wie dieser. Er hat diesen Bau erst möglich gemacht, der für uns alle Neuland war“, sagt der Innenarchitekt, der gern zugibt, dass alle Beteiligten ihre Komfortzonen verlassen mussten, um dieses Projekt zu verwirklichen.
Vor dem warmen Rot-Ton des Gästezimmers, den man in Europa „Siena“ nennen würde, glimmt das Off-White von Marsets „Funiculí“-Leuchte und des „Kent“-Sessels von Lemon umso magischer. Einen starken Kontrast schaffen das Parkett aus Räuchereiche und der nachtschwarze Kamin. Links von ihm: ein Hocker der Ashanti aus Ghana.
Erdnuancen und kräftige Farbakzente
Simonin, der sich schon immer durch seine
Arbeit mit Materialien
ausgezeichnet hat, eine reduzierte Formsprache bevorzugt und sich jeden Ausflug in eine „dekorative“ Welt verbietet, kann jede Nuance des Hauses erklären: die dunklen Pfosten und Säulen etwa, die an die Stämme vom Blitz getroffener Bäume erinnern, die
erdfarbenen Wände
oder den
Betonboden
, der seine Schattierungen von den Kieselsteinen bezieht, die aus dem tiefer gelegenen Fluss geholt wurden. Beim Bartresen aus schwarzem Granit aus Simbabwe wiederum griff er die Metallfarbe der
Kamine
auf, bei den Hängeleuchten im Esszimmer das Ocker der Lehmwände. Alle Farbtöne sind aufeinander abgestimmt und werden nur durch etwas kräftigere Akzente ausbalanciert: Bordeauxrot, Grün, verschiedene Blaunuancen, Rosa. Die Möbel stammen hauptsächlich aus Südafrika, andere aus Italien, oder es sind Eigenentwürfe von Studio Asaï wie der Sofa-Schreibtisch, dessen tiefes Türkisgrün auf die Umgebung des Hauses anspielt und der im nach außen offenen Wohnzimmer seinen Platz fand. Alles in diesem Haus wurde von Handwerker:innen aus dem nächstgelegenen Dorf gebaut und verweist auf seine Wurzeln – von den dort
geflochtenen
und gewebten Körben und Kissen bis hin zu den Masken und Hockern. Ein Heim, das hier ganz und gar zu Hause ist.
Großes Kino: Von Lemons „Ashby“-Tisch mit Travertinbasis und den „Betty“-Stühlen von &Tradition bietet das Wohnzimmerfenster grandiose Ausblicke in die Natur. Über dem winzigen Tonga-Hocker aus Simbabwe hängen drei „Donna“-Leuchten von Pholc.
Von Tom Dixon ist die „Spot“-Applike im Bad mit Goldmarmor aus Namibia.
Urwüchsig präsentiert sich auch das Entree des Hauses
in Räuchereiche. Für diese Version seines „Ashby“-Tischs verwendete Kevin Frankental Marmor aus der Kalahari. Darüber: Ingo Maurers „Floatation“-Leuchte; Garderobe: „Hanger“ von Neri & Hu.
Studio Asai gehört zu den wichtigsten Kreativen 2023 – AD100
AD100: Studio Asaï sollten Sie 2023 auf dem Schirm haben – das Büro gehört zu den 100 besten Gestalter:innen und Kreativen aus Interior, Architektur und Design, ausgewählt von AD.
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