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Bauernhaus renovieren: Dieses idyllische Anwesen in Frankreich überzeugt mit natürlichen Farben und Materialien
Beim Umbau eines alten Schäferhofes sollte fast alles anders werden, vor allem aber: harmonischer. Ein Fall für Émilie Bonaventure.
Charakter zeigen, das Alte mit dem Besten von heute vermischen: Wie gut sie das beherrscht, hat die Pariser Architektin an diesem Bauernhof gezeigt. Schafe werden hier nicht mehr gehütet, ein paar Menschenseelen schon. Liegen: „Islablanca“ von Gandía Blasco.
Ein Bauernhaus renovieren
und dabei den Charakter und Ausblick des Hauses bewahren? Émilie Bonaventure hat sich dieser großen Aufgabe in der französischen Drôme Provençal gestellt.
Visitenkarten sind ein bisschen aus der Mode gekommen, aber manchmal können sie sehr hilfreich sein. Wobei die, die Émilie Bonaventure hinterlassen hatte, nicht aus Papier war. Und sie war auch um einiges größer als gewöhnlich: Es handelt sich um die
„Auberge du Père Bise“ am Ufer des Sees von Annecy
. Nachdem ein Paar dort übernachtet hatte, kam den beiden am nächsten Morgen eine Idee. Das feinfühlig renovierte Hotel hatte ihnen so ausnehmend gut gefallen, dass sie unbedingt wissen wollten, wer für die Gestaltung verantwortlich gewesen war – denn sie selbst hatten da diese Baustelle: eine Bergerie,
den alten Bauernhof eines Schäfers
mitten in der Natur, gut 200 Kilometer südlich von Annecy im Département Drôme. Die Gegend nennt sich Drôme Provençale oder auch „die andere Provence“. Etwas ab vom Schuss, aber von großer landschaftlicher Schönheit.
Ein alter Schäferhof wird zum ländlichen Anwesen
Synthese gelungen: Dass dieser Bauernhof einst aus mehreren kleinen Gebäuden bestand, sieht nur noch, wer es weiß. Zum Eindruck großer Geschlossenheit trägt auch bei, dass die Architektin den Eingangsbereich ganz neu gestaltet hat. Outdoor-Möbel von Gandía Blasco.
Der Hof sollte von Grund auf saniert werden, sein ländliches Erscheinungsbild aber gewahrt bleiben. Und es sollte ein Anbau entstehen
für das große neue Schlafzimmer
. Der dürfe ruhig modern sein, aber das Besitzer-Paar wünschte sich auch, dass er sich gut einfügte in das Ensemble
aus Bruchsteinmauern
und verwitterten Dachziegeln. Ebenfalls auf der Wunschliste: ein
Swimmingpool
als Fortsetzung der
Architektur
mit anderen Mitteln. Das Besondere an diesem Bauernhof ist nämlich
der Rundumblick in die Landschaft
mit ihren Feldern, Wäldern und Hügeln, die hier eigentlich noch Berge sind, Ausläufer der Alpen um Grenoble. Von all dem abgesehen, versprachen sie Carte blanche.
„Alles sollte natürlich und homogen wirken, aber in Wahrheit ist es natürlich ein durch und durch neues Raumkonzept, das dem Lebensrhythmus von heute folgt.“
Von Hier bis ins Tal schwimmen: Bei einem Blick wie diesem erweckt ein Infinity Pool tatsächlich die Illusion der Endlosigkeit.
Wie man mit subtilen Veränderungen und neuem Raumkonzept ein Bauernhaus renoviert
Émilie Bonaventure musste nicht lange überlegen. Sie lebt zwar seit ihrem Studium der Kunstgeschichte an der École du Louvre in Paris, doch sie stammt aus Annecy. Sie kennt also auch die Region Drôme Provençale gut – und nahm den Auftrag an. „Bei den Planungen“, sagt sie, „haben wir uns an den Linien orientiert, die uns die Natur vorgab, an der Horizontalen, die die Aussicht bietet, und an den Vertikalen der Zypressen auf dem Grundstück.“ Im Inneren blieben die ursprünglichen Strukturen erhalten, das charakteristische Kappengewölbe des Esszimmers
ebenso wie die Terrakottaböden
, die lediglich ein etwas matteres Finish erhielten. Die Fenster wurden überarbeitet und neue Treppen eingebaut, Bonaventure installierte großzügige Bäder mit wunderschön gezeichneten
grün-roten und weiß-violetten Marmorplatten
an Böden und Wänden. Und sie vergrößerte das Entree: Die zentrale Eingangstür des Hauses ist nun ein ebenso eindrucksvolles wie einladendes Portal. „Wir haben versucht, die einzelnen Gebäudeteile in einer einfachen, fließenden Bewegung miteinander zu verbinden“, sagt die Architektin. „Alles sollte natürlich und homogen wirken, aber in Wahrheit ist es natürlich ein durch und durch neues Raumkonzept, das dem Lebensrhythmus von heute folgt.“
Geerdet: Im Wohnzimmer herrschen ruhige Beige- und Brauntöne. Das Sofa und den Pouf „Nuage“ entwarf Pierre Augustin Rose. Plaid: Loro Piana. Die Kissen aus Recycling-Stoffen auf der Eckbank fertigte Isabelle Yamamoto aus Brüssel.
Für
das große Schlafzimmer
im modernen Anbau überlegte sich Bonaventure einen speziellen Kunstgriff. Es ist an zwei Seiten über Eck vollständig verglast. Und die Fenster lassen sich komplett in die gemauerten Teile schieben, sodass man im offenen Zustand den Eindruck hat, das Bett stünde im Freien, wo einen alle Reize der Drôme Provençale erwarten. Das Gleiche gilt für das Schwimmbecken. Allzu oft wirkt ein
Infinity Pool wie ein Fremdkörper in der Landschaft, nicht
so in diesem Meer von regionaler Wohlgestalt
. Die Planung des kleinen Parks übertrug Bonaventure dem Gartenarchitekten Thierry Dalcant. Der bewahrte mit mediterranen Pflanzen den Genius Loci, verpasste ihm aber auch einen kultivierten Twist.
Pracht und Eigensinn der natur: Marmor Calacatta Viola im zweiten Bad. Wandleuchte von Hiromi Objets.
„Ich mag es, wenn die Grenze von drinnen und draußen aufgehoben wird.“
Rurale Verfeinerung: In einem der ehemaligen Schafställe der Bergerie richtete Émilie Bonaventure dieses Bad ein. Durchs große Fenster fällt viel Licht auf den rot, grün und grau gezeichneten Marmor. Badewanne „Ottocento“ von Agape, die Armaturen sind von Vola.
Die Farben Grün, Braun und Kaki dominieren in diesem Bauernhaus
Farbpalette mit Grün-, Braun- und Kakitönen
in den Zimmern vervollständigt die Harmonie, die hier zwischen dem Alten und dem Neuen, den Möbeln und den Accessoires, dem Ruralen und dessen Verfeinerung herrscht. „Ich habe die Objekte junger Talente auch deswegen mit denen von arrivierten Kolleg:innen kombiniert“, sagt Bonaventure, „weil ich mir gern vorstelle, dass sie zusammen mit meinen eigenen Einfällen zu einer neuen Art Sprache werden.“ Die Rolle der Moderatorin in dieser Gesprächsrunde steht ihr gut, und wieder hat sie eine Visitenkarte mehr. Nicht dass sie sie noch nötig hätte.
Spannung, ja, Bitte! In der Küche kontrastieren die dezenten Schubladenfronten mit expressivem Granit der Sorte Ferrato aus Brasilien – und die Vola-Armaturen mit Wandleuchten, die aussehen, als hätten sie früher in einem Boudoir der 1950er-Jahre gehangen.
Charakter zeigen, das Alte mit dem Besten von heute vermischen: Wie gut sie das beherrscht, hat die Pariser Architektin an diesem Bauernhof gezeigt. Schafe werden hier nicht mehr gehütet, ein paar Menschenseelen schon. Liegen: „Islablanca“ von Gandía Blasco.
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