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Ehemaliges Gemeindezentrum in Bad Kissingen von Schlicht Lamprecht Kern Architekten
Ehemaliges Gemeindezentrum in Bad Kissingen
Ehemaliges Gemeindezentrum in Bad Kissingen
Mustergültig zeigt das Projekt Perspektiven für all die Gemeindezentren der Boomjahre auf, von denen sich die evangelische Kirche derzeit trennt. Weil die neue Gebäudenutzung gut zum bestehenden Bauwerk passt, waren nur sehr wenige Eingriffe nötig und die Integrität des Denkmals blieb erhalten. Die Räume dienen nun als Büro, ein neues Dachfenster erhellt den großen Saal und inszeniert das prägnante Bestandsmauerwerk mit Streiflicht. Oberflächen wurden sorgsam aufgearbeitet, die originalen Farbtöne übernommen und neue Leitungen clever versteckt. Eine Dämmung mit Augenmaß hebt das Bauwerk auf den Energiestandard »Effizienzhaus Denkmal«, ohne sein Aussehen zu verfälschen. (Jurybeurteilung)
Das Projekt erhielt eine Anerkennung beim
db-Wettbewerb »Respekt und Perspektive« Bauen im Bestand 2024.
Architektur: Schlicht Lamprecht Kern Architekten
Tragwerksplanung: TRAGRAUM INGENIEURE
Sichtbetonbalken, unbekleidete Kalksandsteinmauern und farbige Holzelemente in British Racing Green: So präsentieren sich die Büroräume von TRAGRAUM INGENIEURE in Bad Kissingen. Dass in diesem Bauwerk ursprünglich Gottesdienste stattfanden, verrät im Innenraum lediglich noch ein in die Südwest-Wand integriertes Holzkreuz. Das Büro befindet sich nämlich in einem ehemaligen Gemeindezentrum, 1969-70 von Hans-Busso von Busse im Kern der bayrischen Kurstadt errichtet. 2019 musste es wegen Mitgliederschwund aufgegeben werden und stand zum Verkauf. Glücklicherweise hat man sich gegen Interessenten entschieden, die vorhatten, das Gebäude in der zentralen Stadtlage abzureißen, um das Grundstück anderweitig zu nutzen. Denn der neue Eigentümer und Bauingenieur Daniel Dahinten und die Architekten von Schlicht Lamprecht Kern haben das Bauwerk nicht nur bewahrt, sondern dafür gesorgt, dass es unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Instandsetzung wurde dann eng mit der Behörde abgestimmt.
Wie bei vielen Gebäuden aus derselben Zeit bestand die Herausforderung beim Sanieren darin, mit Materialsichtigkeit umzugehen. Die rohen Kalksandsteinwände waren innen verfärbt und außen von stärkeren Verwitterungsspuren gezeichnet. Statt für frisch aussehende Oberflächen zur Farbrolle zu greifen, wurde große Sorgfalt in die schonende Reinigung gesteckt. Im Innern war das durch Trockeneisstrahlen möglich. Bei den hartnäckigeren Verschmutzungen außen verhalf man der Fassade mit einer Kombination aus Hochdruckwasserstrahlen und händischem Abschleifen mittels Schleifpapier aus antistatischem Siliziumcarbid zu neu-altem Glanz, während man in der von Tausalz stark verunreinigten Sockelzone Stein für Stein mit Nylon-Schleifvliesscheibe und Winkelschleifer aus dem Karosserie- bzw. Metallbau bearbeitete. Die neue Methode, bisher kaum in diesem Kontext angewendet, kann als Musterbeispiel für künftige Kalksandstein-Sanierungen dienen.
Im Innenraum wurden Parkettböden, Wand- und Deckenbekleidungen aus Holz behutsam aufgearbeitet, originale weiße Würfelleuchten gereinigt und Wandbekleidungen und Deckenausfachungen in dem charakteristischen Dunkelgrün restauriert: Dafür mischte der Maler den Farbton vor Ort nach und besserte lediglich Kratzer und Fehlstellen aus. Für die neue Büronutzung waren außerdem viele Meter Netzwerkleitungen unterzubringen. Um Kabelgewirr ebenso zu vermeiden wie ein Schlitzen der Wände, funktionierten die Architekt:innen alte, nicht mehr genutzte Lüftungskanäle unter der Bodenplatte um.
Punktuell verändert
Den einzigen gravierenden baulichen Eingriff stellen neue Oberlichtbänder dar. Diese wurden seitlich in die Decke des großen Saals geschnitten, der jetzt als Open-Space-Büro dient. Hier gab es abgesehen von einer Glasschiebewand zum Innenhof nur zwei schmale Fenster, die im früheren Altarbereich seitliche Streiflichter auf die Wände bringen. Das war für die tägliche Arbeit am Schreibtisch zu dunkel. Durch die neuen Oberlichter ändert sich die Architektur in den Wandansichten nicht. Dafür betont die senkrecht einfallende Helligkeit Haptik und Plastizität der Wände aus Sichtmauerwerk und stärkt damit das Beleuchtungskonzept von Busses.
Über die nachhaltige Weiterverwendung von Ressourcen hinaus, die eine derartige Umnutzung von Bestandsgebäuden ausmacht, hat man sich bei dem ehemaligen Gemeindezentrum auch um die Verbesserung der Energiebilanz bemüht: Die vorhandene Gasheizung wich einer Pelletsanlage und die alten Fensterscheiben einer besser isolierenden Thermopane-Verglasung. Das nicht einsehbare Flachdach bekam eine Dämmung und eine PV-Anlage. Mit der energetischen Sanierung hat das Gebäude nun den Standard »Effizienzhaus Denkmal« erreicht.
Standort:
Salinenstraße 2, 97688 Bad Kissingen
Bauherr:
TRAGRAUM INGENIEURE, Bad Kissingen
Architektur:
Schlicht Lamprecht Kern Architektur Stadtplanung, Schweinfurt
Tragwerksplanung:
TRAGRAUM INGENIEURE, Bad Kissingen
Energieberatung/Bauphysik:
Andreas Halboth, Münnerstadt
Gesamtnutzfläche:
646 m²
Beteiligte Firmen:
Doppelisolierverglasung, Eckverglasung: Therm EN2 2 x 4 mm, Silverstar EN2plus 4 mm mit Argonfüllung und schwarzem Randverbund von Flachglas Sülzfeld,
Oberlichter Dach: Velux Modular Skylight mit Integra Steuereinheit, Verglasung 17Tsun1 TG von Velux,
Mobile Glastrennwand: Häfele Slido W-Park31 150R mit ESG 12 mm Verglasung von Häfele,
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