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Leben in Venedig: Was einer wahren Venezianerin wichtig ist
Mit einer aufmerksamen Renovierung holte eine Architektin den alten Glanz Venedigs zurück in einen gotischen Stadtpalast – und ließ auch die historische Liebe der Lagunenstadt zum Orient wieder aufleben.
Elena Dallorso
Seit ihrem Studium lebt Elisabeth Regnault de la Mothe in Venedig, wo sie ihr Studio Vivere Venezia gründete.
Elisabeth Regnault de la Mothe genießt das Leben in Venedig seit ihren Studientagen in vollen Zügen und hat für ihren Sohn ein Heim im venezianischen Stil gestaltet.
Vivere Venezia, der Name ihres Architekturbüros, das Elisabeth Regnault de la Mothe vor Jahren eröffnete, sollte sich als prophetisch erweisen. Als Studentin war sie nach
gekommen und hatte sich so in die Stadt verliebt, dass sie sich entschloss zu bleiben. Hier zu leben bedeutet für sie, den ruhigen Rhythmus, die unkomplizierte Geselligkeit (man geht zu Fuß, trifft ständig Leute, ohne sich eigens verabreden zu müssen) und das immense kulturelle wie ästhetische Erbe Venedigs zu einem Teil ihres Alltags werden zu lassen. Ein Erbe, das es zu erhalten, zu pflegen und wertzuschätzen gilt.
Im Wohnzimmer hängt über Piero Lissonis „Extrasoft“-Sofa für Living Divani ein zum Lüster umfunktionierter Schirm. Ebenso wie den Coffeetable brachte ihn der Hausherr Marc Regnault de la Mothe von Reisen nach Birma mit.
Im Essbereich neigt sich eine „Arco“-Leuchte von Flos über einen antiken Tisch mit passenden Stühlen.
Leben in Venedig bedeutet, das kulturelle und ästhetische Erbe der Stadt zu pflegen
Die langwierige Restaurierung eines gotischen Stadtpalasts am Rande des Ghettos, nahe Sant’Alvise in Cannaregio, fügt sich gut in diese Philosophie: „Die Struktur ist typisch für Gebäude der damaligen Zeit: ein Stockwerk plus Dachgeschoss“, sagt die Architektin. „Vermutlich wurde es einst von nur einer Familie bewohnt. Es war jedoch in schlechtem Zustand und seine architektonische Aussage durch Dutzende spätere Eingriffe verwischt, bei denen die Räume unterteilt wurden, um mehr Wohneinheiten und mehr Zimmer zu erhalten. Sogar die geschwungenen Fensterbögen waren verdeckt worden. Wir haben versucht, die ursprüngliche Anmut wiederherzustellen, zumindest was die Wohnung betrifft, in die mein Sohn Marc, der für die UNO arbeitet, immer wieder zurückkehrt, wenn er sich ,zu Hause‘ fühlen will.“
„Wir haben versucht, die ursprüngliche Anmut wiederherzustellen.“
Elisabeth Regnault de la Mothe
Das Himmelbett im Schlafzimmer stammt aus China; es wird allein durch Steckverbindungen zusammengehalten. Das Deckengebälk hat Elisabeth Regnault de la Mothe freigelegt.
Verborgenes kommt zum Vorschein
Bei der konservativen Restaurierung wurden die
Terrazzoböden
gerettet, die durch Gipskartonplatten abgesenkten Decken erhielten ihre Höhe und ihr Gebälk zurück. Dabei kam ein Stück Kohlezeichnung zum Vorschein, von dem man anfangs hoffte, es stamme von
Dürer
, der im 16. Jahrhundert in diesem Viertel gelebt hatte. Ein Kamin, von dem nur der Schornstein sichtbar war, wurde im Innern einer Mauer gefunden und auf Basis der erhaltenen rußgeschwärzten Steine im venezianischen Stil wiederhergestellt. Venezianisch ist auch der
Putz an den Wänden
– bordeauxrot wie Samt von Bevilacqua, Rubelli oder Fortuny –, dessen schimmernde Oberfläche die Illusion von Tiefe und Textur entstehen lässt.
Wahre Venezianer sind diejenigen, die sich dafür entscheiden, Venezianer zu sein.
Elisabeth Regnault de la Mothe
Der Art-nouveau-Schreibtisch und die Leuchte sind französisch.
Orientalisch angehaucht
Und venezianisch ist schließlich die Faszination für den Orient, die der Hausherr durch eine Reihe von Gegenständen, die er während seiner langen Auslandsaufenthalte erworben hatte, auf die Wohnung übertrug: ein chinesisches Himmelbett, eine Vase in Form einer Pagode für rituelle Opfergaben (Hsun-ok), die mit schwarzem Bambus verziert ist, traditionelle Schirme, die zu Lampen umfunktioniert wurden, oder ein
Coffeetable
im Wohnzimmer, allesamt aus Birma. In der Wohnung treffen Einflüsse aus aller Welt aufeinander. „Ich selbst bin in Tunesien geboren“, sagt Elisabeth Regnault de la Mothe – die Fliesen an den Wände von Küche und Bad zeugen davon. Auch die zeitgenössischen Einrichtungsgegenstände wie ein „Extrasoft“-Sofa von Living Divani, eine „Arco“-Bogenleuchte von Flos und die minimalistische Küche fügen sich harmonisch in dieses zutiefst venezianische Interieur ein und werden zu einem Teil davon. Denn: „Wahre Venezianer sind diejenigen, die sich dafür entscheiden, Venezianer zu sein.“
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