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Erdtöne, Spiegel und südliches Licht lassen diese 50-Quadratmeter-Wohnung in Marseille groß und gemütlich wirken
Ein aufregender Mix aus Warm und Kalt: So wurde diese kleine Maisonettewohnung mit spannenden Reflexionen, Metall-Akzenten und erdigen Farben raffiniert und platzsparend umgestaltet
Nicolas Milon
Sarah Rottach
Kleine Maisonettewohnung in Südfrankreich: So schuf Jérémy Chaillou auf 50 Quadratmetern ein harmonisches Interieur voller Flair und Kontraste.
50 Quadratmeter, verteilt auf zwei Ebenen und voller mediterraner Atmosphäre – die kleine
Maisonettewohnung
zog den Innenarchitekten und Designer Jérémy Chaillou und seine Partnerin sofort in ihren Bann. Das mittlerweile
renovierte Apartment
befindet sich im 6. Arrondissement von Marseille, zwischen den Stadtvierteln Vauban und Castellane, in einem typischen Marseiller Wohngebäude. Da die
kleine Wohnung
an einer Straßenecke in einem der oberen Stockwerke liegt, fällt von zwei Seiten
Tageslicht
ins Innere.
Ein aufregender Mix aus Kalt und Warm
Die letzte Renovierung liegt ungefähr 30 Jahre zurück. „Die doppelte Raumhöhe wurde ziemlich schlecht genutzt. Mir ist sofort aufgefallen, dass ich den alten Dachstuhl, der das Zwischengeschoss behinderte, umbauen könnte, um das Dachgeschoss freizulegen und zusätzlichen Wohnraum zu schaffen“, erklärt Jérémy Chaillou, Leiter des multidisziplinären Architekturstudios Chaille. Das Raumvolumen der kleinen Wohnung zu optimieren, stand also von Beginn an auf der Agenda: Der Dachstuhl wurde mithilfe von I-Trägern aus Stahl ausgebaut, die wiederum auf über 100 Jahre alte Holzbalken treffen, wodurch ein spektakulärer Kontrast zwischen der kühlen und klaren Ästhetik des Metalls und der Wärme des Holzes entsteht. Die neuen Stahl-Elemente kontrastieren außerdem mit den mineralischen Materialien des Interieurs wie den sechseckigen Terrakottafliesen – die sogenannten Tomettes sind traditionelle Bodenfliesen aus Frankreich und sehr typisch in Marseille. „Das bringt den Geist des Projekts gut zum Ausdruck. Ich habe also ein neues Stockwerk geschaffen, das auch wirklich als solches betrachtet werden kann. Eine Etage aus Stahl, mit bewusst eingearbeiteten I-Trägern, die anschließend weiß gestrichen wurden, damit sie mit dem gebrochenen Weißton der Wände harmonieren.“
Der Innenarchitekt Jérémy Chaillou wählte für die bodennahe Sphäre vorwiegend Rottöne und für die Wände und die Decke Bronze und Beige. Die Spiegel an der Decke des Zwischengeschosses erzeugt eine Vielzahl von Fluchtlinien und vergrößert den Raum optisch um ein Vielfaches. Den runden Tisch aus Rauchglas mit Stahlbeinen umgeben Stühle von Warren Platner.
Die Metalltreppe, die ins Obergeschoss führt, wurde aus einem I-Träger angefertigt und ist wie die Wände in einem gebrochenen Weiß getönt. Durch die verspiegelte Decke sieht man das Zwischengeschoss auf den ersten Blick nicht. An den Wänden wurden modulare skandinavische Vintage-Bücherregale angebracht. Der Carré-/Rond-Spiegel ist ein Prototyp des Designers Axel Chay. Direkt über der Treppe ist das Werk „Drive to Survive (Constellation)“ zu sehen, ein Druck auf Aluminium (Bella Hunt & DDC with Lordi Theller x Southway Studio).
Weiß getünchter Kokon
Jérémy Chaillou machte aus dem Zwischengeschoss einen vollständig in Weiß gehaltenen Raum, der durch das neu eingebaute Bullaugenfenster wie ein gemütlicher Kokon wirkt. Das über dem Wohnzimmer thronende Zwischengeschoss ist vollständig verglast, wodurch man von oben auf den gesamten Wohnbereich blicken kann – die doppelte Raumhöhe lässt die Wohnung dabei optisch um ein Vielfaches größer wirken. Dank einer integrierten LED-Leiste, die sich entlang der gesamten Glasfront erstreckt, verwandelt sich das Obergeschoss abends in eine Art Leuchtwürfel, der sowohl den Schlaf- als auch den Wohnbereich auf indirekte, sanfte Weise beleuchtet.
Das Schlafzimmer ist rundum verglast und wirkt dadurch offen und geschlossen zugleich. Die glänzende Stehleuchte „Modulation“ von Axel Chay neben dem Bett setzt einen metallischen Akzent. Hinter der Hochglanz-Holzverkleidung rechts wurden Kleiderschränke und weiterer Stauraum untergebracht.
Tageslicht fällt durch ein Bullaugenfenster in den Raum. Links befindet sich der Stauraum, rechts die Dusche und das WC. Auch hier ist die Einrichtung von abgerundeten Formen geprägt.
Spiel mit Materialien
Original beibehaltene Materialien wie die Terrakottafliesen und neu hinzugefügte Elemente, wie die schillernde Fayence-Verkleidung des Kamins, den Edelstahl, den Travertin in der Küche oder die 30 Quadratmeter große Spiegelfläche an der Decke, verband der Innenarchitekt zu einem aufregenden Zusammenspiel der Perspektiven und Farben. Das warme Ambiente ist auf die erdige Farbgebung zurückzuführen; dabei steht der Bronzeschimmer des Teppichbodens im oberen Stockwerk in Einklang mit dem Braun der Deckenbalken, den bronzefarbenen Fliesen des Kaminmantels und den getönten Spiegeln an der Wohnzimmerdecke. „Da die Materialien in ihren Tönen übereinstimmen, ergeben die von den Spiegeln geschaffenen Reflexionen ein großartiges Bild. Seien es die Lichtreflexionen der spiegelnden Materialien in der Küche oder die des Kamins. So wird eine einheitliche Ästhetik geschaffen, die einen schon beim Betreten der Wohnung umhüllt. Man fühlt sich dort sofort wohl, die Atmosphäre ist so warm.“
Vom Eingangsbereich aus sieht man, wie sich die Straße in der Decke des Wohnbereichs spiegelt und die Sonnenstrahlen von der Kaminverkleidung reflektiert werden. Davor stehen ein Vintage-Sofa von Giorgio Montani, der „Rocaille“-Hocker aus Aluminiumguss von Jenna Kaës x Southway Studio und der „Column“-Couchtisch aus Stuck von Bella Hunt & DDC x Southway Studio. Vor dem Fenster platziert der Designer die Stehleuchte „Arco“ von Achille und Pier Giacomo Castiglioni.
Der Kamin zeichnet sich durch eine spektakuläre Verkleidung aus schillernden bronzefarbenen Keramikfliesen (Terres Cuites de Raujolles) aus. An der Wand die „Fiole“-Leuchte (Studio Chaille) und auf der rechten Seite das Wandobjekt „Grille gothique“ aus glasierter Keramik (Bella Hunt & DDC x Southway Studio)
Chaillou bezeichnet das von ihm gestaltete Interieur aufgrund der vielfältigen Perspektiven gern als „neomaximalistisch“; dabei standen auch Kurven und abgerundete Formen im Mittelpunkt – so zum Beispiel im Falle des Bullauges, des Kamins oder des abgerundeten Waschtischs, der auf originelle Weise in der Mitte des Raumes platziert wurde. „Ich möchte in meinen Projekten Anordnungen entwickeln, die sich um den Körper und dessen Bewegung im Raum drehen, mit Rundungen, die weniger aggressiv sind als ein rechter Winkel, die das Licht gleiten lassen und es auf sanftere und interessantere Weise streuen. Das Interieur muss mit diesen Kurven in Dialog treten.“
Die von Chaille ausgewählten Möbel zeichnen sich daher durch ihren sanften Look aus: Vintage-Anrichten von Roche Bobois aus den 1970er-Jahren kombinierte der Designer mit einem runden Couchtisch von Emmanuelle Luciani – eine handgefertigte Stuckarbeit –, einem Sofa von Giorgio Montani mit weichen Polstern aus rosafarbenem Samt, einem runden Esstisch aus Rauchglas und
dining chairs
von Warren Platner. Die Wände schmücken unter anderem ein spiegelndes Kunstwerk von Axel Chay, Arbeiten von Emmanuelle Luciani oder auch die „Fiole“-Wandleuchte von Studio Chaille, was wiederum mit den goldbronzenen Fliesen des Kamins harmoniert. Die von Chaille eingesetzten Materialien und Texturen bilden zusammen ein raffiniertes Ensemble aus Gegensätzen, die miteinander dennoch in Einklang stehen. „Es geht darum, das Licht zu reflektieren oder zu absorbieren, indem Mattes und Glänzendes miteinander verbunden werden; ich mag keine Kompromisse, bei denen nichts markant hervortreten darf, in meinen Arbeiten gibt es eine Balance, aber keinen Konsens.“ Genau das macht die Wohnung so spannend.
Die Küche wurde nach Maß gefertigt mit Fronten aus Edelstahl und einer Arbeitsplatte aus persischem Travertin, die zu dem Terrakotta-Fliesenboden und dem Edelstahlsofa mit orangerosafarbenem Samtbezug passt. Im Hintergrund ist die abgerundete Fensterlaibung zu sehen, durch die das Licht besser gestreut wird.
Der Schlafbereich befindet sich im Zwischengeschoss und ist von allen Seiten verglast. In dem Raum wurde ein abgerundeter Waschtisch aus Corian und Formica platziert. Der Teppichboden ergänzt mit seinen Braun- und Bronzetönen die jahrhundertealten Holzbalken perfekt.
Eine LED-Leiste entlang der gesamten Glasfront verwandelt das Zwischengeschoss abends in einen Leuchtwürfel, der nicht nur das Schlafzimmer, sondern auch die untere Etage mit indirektem Licht versorgt. Das Werk „Metamorphose stool“ ist aus Gips gefertigt (Bella Hunt & DDC x Southway Studio).
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