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In dieser 20-Quadratmeter-Wohnung in Paris löst ein einziges Möbel jedes Platzproblem
Im Pariser Viertel Marais verwandelte Boclaud Architecture eine 20-Quadratmeter-Wohnung in einen lichtdurchfluteten Small Space – und das dank eines raffinierten Möbeltricks
Nicolas Milon
Fiona Bornhöft
Kleine Wohnung in Paris: Mit nur einem cleveren Einbaumöbel schuf Boclaud Architecture einen lichten, 20 Quadratmeter großen Small Space in Paris.
Im Herzen von Paris, im Viertel Marais, stoß ein Familienvater und Architekt auf ein kleines
1-Zimmer-Apartment
, das ihm während seiner beruflichen Reisen als Schlafplatz dienen sollte. Der Wunsch? Ein funktionaler Wohnraum, in dem er gleichzeitig schlafen und kochen kann, und der außerdem über ein separates Bad verfügt. „Wie eine Hotelsuite etwa“, ergänzt Céline Boclaud, die gemeinsam mit Maureen Doux mit der Neugestaltung des Projektes betraut wurde. Denn was sich heute als minimalistisches, unaufgeregtes Apartment zeigt, bedurfte zunächst einiges an Umbauarbeiten.
Die Lichtsituation bestimmte den Grundriss dieser Wohnung in Paris
Wie in so vielen 1-Zimmer-Wohnung wurden die Architektinnen von
Boclaud Architecture
auch hier mit einem einseitigen Lichteinfall konfrontiert. Somit galt es zunächst einen geeigneten Grundriss auszuarbeiten: Sollte er offen oder geschlossen sein? Wo wird der Wohnbereich und der Schlafraum platziert, ohne dass eines der Zimmer an Tageslicht einbüßt? In diesem bestimmten Fall entschieden sich Boclaud und Doux, dass je eines der beiden vorhandenen Fenster dem Wohnraum und dem Schlafzimmer vorbehalten sollte. Um die Zufuhr an Tageslicht zu maximieren, sollten beide Bereiche allerdings nicht durch eine fest-installierte Wand getrennt werden. Stattdessen dient ein ausladendes, multifunktionales Einbaumöbel als Raumteiler, in dem sich ein Schreibtisch, ein
Schubladenbett
, der Fernseher, ja, sogar ein Kühlschrank, eine
Waschmaschine
und ein Trockner verbergen. Das schafft Geräumigkeit, als auch eine klare Trennung.
Zwei hohe, freiliegende Fenster sorgen für ausreichend Tageslichtzufuhr im gesamten Apartment.
Ein Einbaumöbel dient als stiller Superheld des Apartments
Ebenso nahtlos wie das Einbaumöbel fügt sich auch der Küchenbereich in die kleine Wohnung. Mit ihren grifflosen Fronten aus gebeizter Eiche wirkt die Küchenzeile vielmehr wie ein geschlossenes Möbelstück, was mitunter auf die fehlenden
Oberschränke
zurückzuführen ist. In der Wand daneben verbirgt sich eine – wieder erwartende – grifflose Tür, die Zugang zum Bad gewährt. Dabei wollten die Architektinnen von Beginn an so wenig visuellen Reiz wie möglich erzeugen: Die Heizkörper unter den Fenstern wurden hinter puristischen Abdeckungen versteckt, sogar auf Sockelleisten wurde weitestgehend verzichtet. Die unaufgeregte Atmosphäre wird ferner durch die zurückhaltende Farbwahl verstärkt: Ein cremefarbener Anstrich zieht sich über die Wände und Decke, das Badezimmer wurde von unten bis oben in weiß-schimmernden, gewachsten Beton getaucht. „Wir entschieden uns bewusst für eine reduzierte Farb- und Materialpalette, die das natürliche Tageslicht reflektiert und den gesamten Raum somit heller erscheinen lässt“, erklärt das Duo. „Der Einsatz von Holz sorgt dabei für die vom Hausherren gewünschte Gemütlichkeit.“ Das Gefühl der Großzügigkeit wurde zuletzt durch das Freilegen der Deckenbalken vervollständigt. Anstelle das Einbaumöbel bis zur Decke bauen zu lassen, ließen die Architektinnen wenige Zentimeter Luft. Das erweckt den Eindruck, als wäre das Möbelstück beweglich – was es allerdings nicht ist.
Das Einbaumöbel zeigt sich als stiller Superheld und umfasst mitunter einen Esstisch, einen Kühlschrank, eine Waschmaschine und einen Trockner.
Eine reduzierte Farbpalette verstärkt die unaufgeregte Atmosphäre
Das „Weniger ist mehr“-Prinzip wurde auch im Schlafzimmer fortgeführt. Ein minimalistisches Kopfende am Bett dient als Nachttisch, der Kleiderschrank verbirgt sich hinter einer grifflosen Front, die eine Vertiefung in der Wand kaschiert. Das Mobiliar ist minimalistisch und dezent: Kleine quadratische Wandlichter dienen als Leuchtmittel, wenige, dafür sorgfältig ausgewählte Möbel, etwa ein Hocker von Charlotte Perriand oder eine Stehleuchte von Serge Mouille, bestimmen die Inneneinrichtung. „Ein
kleines Apartment
wie dieses ist wie ein Puzzle: Die einzelnen Elemente müssen perfekt zusammenpassen. Es geht nicht darum, den Raum schlichtweg zu füllen, sondern alles Essenzielle auf elegante Art unterzubringen“, erklären Boclaud und Doux. „Das ist mühsam, aber spannend!“
Die Küchenzeile aus gebeizter Eiche verzichtet auf raumeinnehmende Oberschränke und hält sich dezent im Hintergrund.
Der Schlafbereich wirkt wie ein kleiner, heller Alkoven. Die gestreifte Bettwäsche stammt von Tensira.
Das Einbaumöbel reicht nicht bis zur Decke, wodurch der Eindruck entsteht, dass es beweglich ist.
Das Einbaumöbel umfasst neben dem Esstisch und den Elektrogeräten sogar ein Gästebett, das herausgeschoben werden kann.
Links neben der Küchenzeile befindet sich die Tür zum Badezimmer.
Der Grundriss der Wohnung vor dem Umbau.
Grundriss der Wohnung nach der Renovierung.
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