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Farbenfroher Umbau in Brandenburg: Vom DDR-Bungalow zum privaten Ferienhaus am See
„Respekt, wer’s selber macht!“ Ein Paar aus Berlin hat sich ein Wochenendhäuschen südwestlich von Potsdam umgebaut – mit sicherem Stilgespür, Sinn für Farben und einiger Eigenleistung
Jasmin Jouhar
Endless Summer in Brandenburg: Dieser DDR-Bungalow strahlt jetzt in den schönsten Farben
Anne Deppe
Eine kleine Familie baute einen ehemaligen DDR-Bungalow aus den 1960er-Jahren eigenhändig in ihr privates, farbenfrohes Feriendomizil um.
„Respekt, wer’s selber macht“: Mit diesem Claim appelliert eine Baumarktkette an die Ehre der Deutschen als Hobbyhandwerker. In der DDR war das Selbermachen dagegen oft die reine Notwendigkeit, aus Mangel an Ressourcen. Eigenleistung war gefragt, wie bei der Feriensiedlung am Netzener See südwestlich von Potsdam. Die 45 Bungalows in einem Wäldchen entlang des Seeufers wurden von ihren Eigentümer:innen selbst errichtet, die letzten in den 1980er-Jahren.
Trendiges Gelb im Schlafraum: Die Farben der Wände und Möbel sind mit sicherem Gespür kombiniert.
Anne Deppe
Der DDR-Bungalow von 1964 liegt in einer Feriensiedlung am See. Julia Carloff-Winkelmann und Jan Winkelmann aus Berlin haben sich jetzt eines der Häuschen zu einem Wochenenddomizil für sich und ihre Teenagertochter umgebaut – und zwar ebenfalls mit einiger Eigenleistung. Dabei haben die Personalleiterin und der Galeriedirektor nicht nur die Einrichtung selbst geplant. Jan Winkelmann hat, teilweise mithilfe von Freunden, auch Teile der Sanierung erledigt – vom Abriss der Innenwände bis zur Verlegung des Terrazzofußbodens. Schon als Jugendlicher werkelte er gerne, der Bungalow war ein willkommenes Projekt in der Coronazeit. Die beiden Berliner erwarben das 1964 erbaute Häuschen 2020, in diesem Jahr wird noch der 400 Quadratmeter große Garten neu angelegt.
Für die kleine Auszeit am Wochenende: Insgesamt 45 Mini-Ferienhäuschen gibt es in der Siedlung südwestlich von Potsdam.
Anne Deppe
Die Farben leuchten, als wäre es ewig Sommer. Außen ist das Wochenendhäuschen mit dem Pultdach nüchtern-weiß, aber im Inneren tanzen die Farben im Licht. Die Wände leuchten in Hellblau und Gelb, die Küchenfronten sind rosa, die Arbeitsplatte auberginefarben, die Badezimmerfliesen tiefrot. Mit sicherem Gespür haben die Winkelmanns die Farbtöne miteinander kombiniert und eine Atmosphäre ewigen Sommers geschaffen – nicht unwichtig beim notorisch wechselhaften Wetter Brandenburgs. Auch der Grundriss wurde neu organisiert: Gerade einmal 30 Quadratmeter Fläche hat der Bungalow, doch dank kluger Raumaufteilung wirkt er großzügig. Vom Eingang geht es direkt in den Wohnraum mit Küchenzeile, daran schließt sich das Schlafzimmer mit Bettnische und Badezimmer an.
Das poppt: Fliesen in Rot und Rosa mit schwarzen Fugen und Armaturen im Badezimmer. Anne Deppe
Anne Deppe
Mit ein paar Kniffen wurde das Maximum herausgeholt: So vergrößerte das Paar beispielsweise die Fensterbank im Wohnraum, damit es keinen extra Esstisch braucht. In die Wand über der Küchenzeile wurde ein langgestrecktes Fenster eingelassen. Das zusätzliche Licht und der Durchblick lassen den Raum größer wirken, als er tatsächlich ist.
Statt Esstisch: Weil sich das Leben sowieso meistens draußen abspielt, reicht eine extrabreite Fensterbank zum Essen und Arbeiten. Die Hocker sind von Tiptoe.
Anne Deppe
Bauen ohne Bauantrag
Das neue Fenster einzubauen, dazu riet eine befreundete Architektin. Und ein Statiker berechnete, ob die alte Wand dem Eingriff auch standhalten würde. Für die Elektrik holten sich die Berliner ebenfalls professionelle Unterstützung, die Installationen waren auf dem Stand der 1960er-Jahre und mussten komplett erneuert werden. Der alte Sicherungskasten aus massivem Metall an der Rückwand des Bungalows erinnert noch an den ursprünglichen Zustand.
Der neue, hellgraue Terrazzoboden verbindet Wohn- und Schlafraum. Anne Deppe
Aber ansonsten hat sich Jan Winkelmann das Knowhow für den Umbau selbst beigebracht. Beispielsweise in welcher Reihenfolge die Arbeiten auf der Baustelle am besten erledigt werden. Hilfreich war auch ein Handbuch mit dem trockenen Titel „Verfahrensfreie Bauvorhaben“, vor Jahren vom Architekturbüro bplus aus Berlin herausgegeben. Darin wird erläutert, welche Baumaßnahmen man durchführen darf, ohne einen Bauantrag stellen zu müssen. Dafür braucht man nämlich eine:n Architekt:in, und bis die Genehmigung eintrifft, kann es dauern.
Der Grundriss des Bungalows wurde ganz neu geplant. Das Bett findet in einer Nische neben dem Bad Platz. An der Wand eine Arbeit vom Berliner Künstler Gerold Miller Anne Deppe Eine Einrichtung mit viel Design und Kunst
Bei der Gestaltung der Innenräume hat Jan Winkelmann auch mit Mock-ups gearbeitet. So hängte er auf der Baustelle kurzerhand einen Eimer an einer Schnur von Decke ab, um zu überprüfen, ob eine Pendelleuchte die richtige Lösung für den Wohnraum wäre. Das Ergebnis: zu dominant. Jetzt spendet die Deckenleuchte „Melt“ von Tom Dixon atmosphärisches Licht.
Alles frisch in Pastell: die Küchenzeile mit einem neu eingebauten Fenster.
Anne Deppe
Die Leuchte über der Küchenzeile ist der Entwurf „Ixa“ von Foster & Partner für Artemide. Die Küchenmöbel selbst kommen von Ikea, aufgewertet mit einer Linoleumarbeitsplatte vom Schreiner und Metallgriffen von der schwedischen Marke Toniton. Und weil Winkelmann bereits seit seiner Jugend eine große Leidenschaft für zeitgenössische Kunst hegt, durften ein paar ausgewählte Arbeiten nicht fehlen.
Kluge Raumaufteilung: Bei nur 30 Quadratmetern Fläche wirkt der Bungalow erstaunlich großzügig.
Anne Deppe
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