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Holistisches Hybrid
In der Lounge im Erdgeschoss, die täglich geöffnet ist, finden Veranstaltungen aller Art statt. Zudem kommen unterschiedlichste Menschen hierher, um zu arbeiten, zu lernen oder Teil einer Gemeinschaft zu sein.
Wort: Bernadette Bissig / Bild: Gianni Basso, Vega MG
Das Kulturzentrum Base in Mailand ist progressive Plattform und inklusive Piazza zugleich. Der einstige Fabrikkomplex im Tortona Design District steht für einen Ort, der vieles für viele möglich macht. Die Institution hat sich ganz in den Dienst der Allgemeinheit gestellt und eint zahlreiche Funktionen in sich. Wandelbar und beständig zugleich steht hier der Austausch im Vordergrund.
Auf dem Dach des Kulturzentrums befindet sich eine Dachterrasse, die einen beeindruckenden Blick über Mailand bietet und 500 Quadratmeter umfasst.
Die beliebte Mailänder Zona Tortona ist ein ehemaliges Industrie- und Arbeiterviertel. Unternehmen wie Osram, General Elctric oder Ansaldi waren hier bis Ende der 1960er-Jahre ansässig. Dann kam die Krise und viele der weitläufigen Fabrikhallen blieben leer und ungenutzt. Doch das sind Tempi passati. Heute ist die lebendige Kreativwirtschaft in der ehemaligen Industriezone fest etabliert. Darunter Modeateliers, Design- und Architekturstudios.
Ein Blick in die Ground Hall, das Herzstück von Base. Der 400 Quadratmeter grosse Saal ist polyfunktional nutzbar. Sei es in Verbindung mit dem Bistro, oder durch ein Wandsystem abgetrennt.
Auch der Innenhof ist Teil des Kulturzentrums Base und wird vielfältig bespielt. Einerseits mit Veranstaltungen, andererseits für Kunstinstallationen und im Sommer auch als Outdoor-Bistro.
Inmitten dieses umtriebigen Design Districts befindet sich auch das eindrückliche Kulturzentrum Base, das sich der Maxime des Teilens verschrieben hat. Sei es das Teilen von Raum, Erfahrungen oder Erlebnissen. In der ehemaligen Ansaldi-Fabrik, die 1989 in den Besitz der Stadt Mailand überging, sind auf 120 000 Quadratmetern und insgesamt drei Stockwerken verschiedenste Bereiche für kulturelle Aktivitäten entstanden. Die Institution bietet Co-Working-Spaces, ein umfangreiches Musikstudio, ein Hostel, ein Bistro sowie viel Raum für kostenlose Ausstellungen, Konzerte und Vorträge.
In der Lounge im Erdgeschoss, die täglich geöffnet ist, finden Veranstaltungen aller Art statt. Zudem kommen unterschiedlichste Menschen hierher, um zu arbeiten, zu lernen oder Teil einer Gemeinschaft zu sein.
Das Project House im zweiten Stock bietet abgetrennte Räume, die für gemeinsame Besprechungen und Sitzungen gebucht werden können. Auch hier dominieren leichte Konstruktionen und warme Materialien.
Eine neue Ausrichtung
Vor rund zehn Jahren erhielt das Start-up Oxa Impresa Sociale mit seinem Projekt den Zuschlag für die Umnutzung des ehemaligen Fabrikkomplexes. Vorgesehen war eine umfassende Renovation, die sich nach der partiellen Öffnung im Jahr 2016 bis 2019 weiterzog.
Im zweiten Stock angesiedelt, befindet sich das Burò. Hier arbeitet einerseits das Team von Base, andererseits viele Kreativschaffende. Neben klassischen Arbeitsplätzen gibt es Raum für Austausch.
Gemäss der Base-Leiterin, Giulia Cugnasca, wurde dabei die Grundstruktur der Fabrikanlage bis auf die Küchen und Nasszellen unangetastet belassen. Im gesamten Umbauprozess, mit dem das Mailänder Onsitestudio betraut war, spielte die Innenarchitektin Stella Orsini eine wichtige Rolle.
Neben den gemeinschaftlich ausgerichteten Räumlichkeiten bietet das Base auch zahlreiche Nischen und Bereiche, um sich auf die Lektüre oder das stille Arbeiten zu konzentrieren.
Das Bistro wurde kurz nach unserem Shooting von dem italienischen Architekturkollektiv Lemonot in Zusammenarbeit mit Ingo Maurer, Kindof und Masterstudierenden umgestaltet. So hat es nun einen neuen Look.
Die Ground Hall ist vielfältig nutzbar. Hier finden Konzerte mit Bestuhlung zur Bühne hin, frei begehbare Ausstellungen oder Installationen statt, wie etwa bei der auf Geselligkeit abzielenden langen Tischszenografie.
Wie eine Piazza
Nachdem die Bedürfnisse, Funktionen und das Zielpublikum definiert waren, arbeitete Orsini mit einem Team von Architekturschaffenden und Ingenieuren zusammen. «Bei der Innenarchitektur war ich für die Auswahl von Stimmungen, Farbschemata, Materialien, Möbeln und Einrichtungsgegenständen bis hin zu der Bestimmung der Accessoires verantwortlich», erläutert die Mailänder Innenarchitektin ihren Aufgabenbereich.
Ein wichtiger Aspekt war für Orsini dabei eine wohnliche Atmosphäre.
Diesem Anspruch folgte sie auch in der täglich geöffneten Ground Hall im Erdgeschoss, die unterschiedlichste Veranstaltungen aufnimmt und zahlreiche Gäste beherbergt – von Studierenden, über Freischaffende bis zu Unternehmenden aus den umliegenden Kreativ-Firmen. «Dieser Raum hatte aufgrund der verschiedenen Veranstaltungen sehr flexibel zu sein, sollte aber dennoch gemütlich und einladend wirken und über ein ganztägig geöffnetes Bistro verfügen», erklärt Orsini. «Entsprechend wollte ich den Menschen ein Gefühl vermitteln, als wären sie in ihren eigenen Wänden. So habe ich mich für Möbel und ein Beleuchtungskonzept entschieden, die durch eine Kombination aus Vintage, zeitgenössischen und massgefertigten Stücken bestechen.»
Die gemeinsam nutzbare Küche in der Casa Base orientiert sich an einer Küchenzeile aus den 1950er-Jahren. Die für Mailand typischen geometrischen Fliesen wurden in Sizilien von Hand gefertigt.
Die Music Rooms im dritten Stock bieten 600 Quadratmeter gemeinschaftlich nutzbare Fläche und richten sich auf Musik- und Kunstschaffende, Produzentinnen und Musikliebhabende aus.
Raffiniertes Hostel
Auch die Casa Base trägt die Handschrift Orsinis. Im ersten Stock des Kulturzentrums gelegen, beherbergt es Kunstschaffende, Musiker, Unternehmerinnen sowie Reisende. Als eine Mischung aus Herberge und Hotel verfügt die Casa über acht Zimmer. Teils sind es Doppelzimmer, teils Vierbettzimmer, entweder mit eigenem Bad oder Gemeinschaftsbad ausgestattet.
Ein Viererzimmer in der Casa Base: Die Hochbetten sind einfach und raffiniert zugleich aus Sperrholzplatten auf Mass gefertigt. Am Kopfende jeder Schlafstätte dient eine Box als Ablage. Im Hintergrund ein einfacher Spind.
Die sonnenblumengelbe Farbe zieht sich als markantes Element durchs ganze Gebäude. Hier verpasst sie den langen, monotonen Industriekorridoren eine heitere, entspannte Atmosphäre.
Darüber hinaus steht den Gästen eine gemeinsam nutzbare Fläche von 38 Quadratmetern mit Küche, Esszimmer und Aufenthaltsraum zur Verfügung. Hier legte die Innenarchitektin Wert darauf, die Räume einfach, aber gleichzeitig raffiniert zu gestalten.
Zwei ebenfalls von Orsini mitgestaltete Bereiche sind der grosse Innenhof mit Bar und die weitläufige Dachterrasse. Damit hat die Innenarchitektin massgeblich dazu beigetragen, das Kulturzentrum zu dem holistischen Hybrid zu machen, das es heute ist. Eine Plattform des Austausches. Eine Piazza der Gemeinsamkeiten.
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