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Architektur, Innenarchitektur & Tragwerksplanung
Erweiterung eines Kindergartens – Wohngesunder Holzbau mit DGNB-Standards
Baujahr
2025
Bauherr
Stadt Reutlingen
Status
Realisiert
Größe (BGF)
1.168 m²
Leistungen
Architektur, Tragwerksplanung, Innenraum
Bauweise
Holzbau, Nachhaltigkeits-
zertifizierung DGNB
Fotografie
Juergen Pollak
Ausgangslage
Der bestehende zweigruppige Kindergarten aus dem Jahr 2000 sollte aufgrund der Bedarfsplanung der Stadt Reutlingen um drei zusätzliche Gruppen erweitert werden. Hierfür erwarb die Stadt das benachbarte Grundstück. Eine besondere Anforderung war die Lage des Baugrundstücks in der Erdbebenzone 3.
Konzept und Umsetzung
Die Erweiterung gliedert sich in zwei neue Baukörper, die sich an den Bestand anschließen: ein zweigeschossiger Satteldachbau für die neuen Gruppen- und Sozialräume sowie ein eingeschossiger, flacher Verbindungsbau. Dieser Mittelbau, der die gemeinsam genutzte Mensa beherbergt, wurde als Geste an die Nachbarschaft mit einer beidseitigen Glasfassade gestaltet. So bleibt der Durchblick in den rückwärtigen Außenbereich erhalten und es entsteht ein heller, transparenter Begegnungsort.
Der Anbau fügt sich harmonisch an den Bestandsbau und in die Umgebung ein. Der helle Mittelbau beherbergt die Küche und die Essplätze für die Gruppen.
Als visuelles und identitätsstiftendes Highlight wurden bunte Fenster der alten Kirche, die auf dem Grundstück abgerissen wurde, in den Neubau integriert. So wird die Historie des Ortes respektiert und weitergeführt.
Das Bauvorhaben ist in Erdbebenzone 3 angesiedelt, der höchsten Erdbebenbeanspruchung in Deutschland. Die erforderliche Aussteifung wird durch Wandscheiben in Holzständerkonstruktion sowie Decken- und Dachscheiben gewährleistet. Die maßgebende Gesamtmasse des Gebäudes beträgt 382,6 Tonnen. Die daraus resultierende Ersatzhorizontalkraft wird
über die Aussteifungselemente in den Untergrund abgeleitet. Zur Aufnahme der maximalen Zug- und Horizontalkräfte wurden teilweise spezielle Zuganker entworfen und eingesetzt.
Ein wesentlicher Vorteil der Holzbauweise zeigt sich hier deutlich: Ein vergleichbarer Massivbau hätte eine wesentlich höhere Masse (ca. +75%) und würde dementsprechend auch deutlich höhere Ersatzhorizontalkräfte erzeugen.
Innenraum
Das Farbkonzept setzt auf sanfte Gelb- und Grüntöne: die Spielnischen in den Schränken sind als hellgrüne Inseln in den Holzfronten gestaltet, ebenso wie alle offenen Stauraumflächen, beispielsweise zur Aufbewahrung von Matratzen. Die Schränke wurden darüber hinaus als komplett geschlossener Stauraum konzipiert, was zu einer beruhigenden Wirkung im Raum beiträgt. Der Bodenbelag setzt Akzente in Senfgelb, um Kontraste für Bereiche mit erhöhter Aufmerksamkeit zu schaffen wie Podeste, Rampen oder Treppen.
Holz, Gelb- und Grüntöne dominieren die Farbstimmung.
Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit mit Blick auf DGNB-Zertifizierung
Das Projekt wurde konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und strebt den KfW 40 Standard sowie eine DGNB-Zertifizierung in Silber an. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus eines Projekts betrachtet – im Hinblick auf die Umweltwirkungen und Ressourcenverbräuche, genauso wie in Bezug auf die Kosten für die Bewirtschaftung und Instandhaltung. Dies erforderte eine intensive Abstimmung zwischen Fachplaner:innen und Handwerker:innen, um alle Kriterien für die Förderung umsetzen und nachweisen zu können. Besonderer Wert wurde auf die Verwendung nachhaltiger Materialien, eine optimierte Verschattung und den Einsatz einer PV-Anlage gelegt. Der Anbau ist eine reine Holzkonstruktion.
Das Gebäude ist grundsätzlich barrierefrei zugänglich. Dies beinhaltet einen schwellenlosen Zugang zum Gebäude und zum Obergeschoss, eine Behindertentoilette, einen Aufzug mit Mehr-Sinne-Prinzip-Bedienung und generell ausreichende Flurbreiten und Bewegungsflächen vor Türen. Alle Türen sind schwellenlos. Arbeitsplätze können durch die flexiblen Raum- und Möbelstrukturen jederzeit den spezifischen Bedürfnissen angepasst werden. Alle Eingänge, Fenster und Handläufe haben gemäß barrierefreien Anforderungen eine taktile Beschriftung. Ebenfalls sind die befestigten Außenanlagen generell barrierefrei. So trägt der Kindergarten zu einem inklusiven Klima in der Gemeinde bei.
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