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Art Basel 2023: Diese Highlights der internationalen Kunstmesse erwarten Sie.
Über 280 international führende Galerien und tausende Künstler:innen aus aller Welt – der Rummel auf der Art Basel geht wieder los! Wie in jedem Jahr pilgern auch 2023 Kurator:innen, Sammler:innen, Kunstbegeisterte, Kunstschaffende sowie Galerist:innen in das beschauliche Städtchen am Rhein, um bei diesem weiltweit einzigartigen Event dabei zu sein. Auf 27.000 Quadratmetern präsentiert die Messe Art Basel, die mittlerweile auch Ableger in Paris, Miami und Hongkong hat, hochkarätige internationale Kunst. Das Großereignis findet in Halle 1 und 2 der Messe Basel statt, ein Tagesticket (erhältlich nur im Onlineshop) ist für 67 Schweizer Franken (etwa 69 Euro) zu haben. Ticket-Käufer erhalten während der Messetage ermäßigten Eintritt in Basler Museen – und auch dort gibt es einiges zu entdecken.
Art Basel 2023: Diese Kunst wird ausgestellt
Damit Sie sich im Gewirr der unzähligen Messekojen und Ausstellungsorte zurechtfinden, haben wir eine kleine Auswahl an Highlights der Art Basel zusammengestellt, darunter Superstars der Kunst, jungen Talente und Wiederentdeckungen. Die Messe gliedert sich in unterschiedliche Sektoren, zum Beispiel „Unlimited“, „Galleries“, „Parcours“ oder „Statements“.
So schön kann Recycling sein! Die raumgreifende Installation des 1985 in Accra geborenen Künstlers Serge Attukwei Clottey wird in der Sektion „Unlimited“ der Art Basel gezeigt, die 76 Arbeiten umfasst. Sie alle sprengen den Rahmen der üblichen Galerie-Kojen, das Spektrum reicht von monumentalen Videoinstallationen über riesigen Skulpturen und Gemälde bis hin zu Installationen und Performances. Dabei sind unter anderen die Berliner Malerin Conny Maier, US-Konzeptkünstler Bruce Nauman, Multitalent Anne Imhof oder der 2006 gestorbene Installationskünstler Jason Rhoades. Der Ghanaer Serge Attukwei Clottey feiert in seinem Werk immer wieder ein Objet trouvé, das man überall auf den Straßen seines Heimatlandes findet: gelbe Plastikkanister. Clottey schafft aus diesem scheinbar wertlosen Alltagsgegenstand faszinierende, textil anmutende Arbeiten – und nennt seine besondere künstlerische Praxis „Afrogallonism“. Im Interview äußerte er sich dazu mal so: „Die Behälter wurden ursprünglich zur Lagerung von Speiseöl verwendet, das der Westen nach Ghana geliefert hat. Wenn die Kanister erst einmal weggeworfen sind, werden sie in der Regel zu Plastikmüll. Das ist allerdings problematisch, weil es bei uns in Ghana an geeigneten Recyclingmöglichkeiten fehlt. Ich verwende die Kanister als künstlerisches Material für meine Skulpturen, zerschneide sie, bohre sie an, nähe die einzelnen Teile zusammen. Durch meine Arbeit erfahren die Kanister gewissermaßen einen Migrationsprozess – ich verkaufe sie als Kunstwerke zurück in den Westen.“ Vertreten wird Clottey von der Simon Lee Gallery mit Sitz in London und Hongkong.
Serge Attukwei Clottey, Sea Never Dries, 2022 / Simon Lee Gallery.
Courtesy of Art Basel
Jason Rhoades, Topa, 2005 / Hauser & Wirth.
Courtesy of Art Basel
Abstrakter Expressionismus, wirbelnde, tanzende Farbfelder, leuchtende geometrische Figuren, Flächen wie bunte Papierschnipsel, mal gekritzelte Striche, mal schnurgerade Linien – all das findet man in den umwerfenden Arbeiten der lange vergessenenen US-Amerikanerin Shirley Jaffe, die seit ihrem Tod im Jahr 2016 zunehmend wiederentdeckt wird. 1923 in New Jersey geboren ging die Künstlerin 1949 nach Paris, wo sie, inspiriert unter anderem durch eine Reise nach Westberlin, im Laufe der Jahre zu ihrer ganz eigenen künstlerischen Handschrift fand. Die Arbeiten der Malerin finden sich heute in renommierten Institutionen, darunter das MoMA in New York, das Centre Pompidou in Paris, die National Gallery of Ireland in Dublin und das Kunstmuseum Basel. Letzeres zeigt unter dem Titel „Form als Experiment“ noch bis zum 30. Juli eine umfassende Retrospektive der Künstlerin, die in Kooperation mit dem Centre Pompidou und dem Musée Matisse in Nizza konzipiert wurde. Über hundert Arbeiten sind zu sehen, die von Jaffes Anfängen im abstrakten Expressionismus bis hin zum Alterswerk aus großformatigen geometrischen Gemälden reichen.
Shirley Jaffe, Sans titre, 1966 / Galerie Nathalie Obadia.
Courtesy of Shirley Jaffe Estate and Galerie Nathalie Obadia / Bertrand Huet, tutti image
Shirley Jaffe, On the Edge, 2009, zu sehen im Kunstmuseum Basel.
2023, ProLitteris, Zurich / Galerie Greta Meert, Brussels (Belgium) / Courtesy Galerie Greta Meert, Brussels
Dieses Porträt von Françoise Gilot entstand vor 75 Jahren, hat aber eine besondere Aktualität. Denn vor etwa einer Woche, am 6. Juni 2023, starb die Malerin Gilot mit stolzen 101 Jahren in New York. Sie war zwischen 1943 und 1953 mit Picasso liiert und ist die Mutter der 1947 und 1949 geborenen Kinder Claude und Paloma. Gilot und viele andere Gefährtinnen – lange blieb Picasso nie bei (nur) einer Frau – waren eine zentrale Inspirationsquelle für sein Werk. Sie erfuren darin aber nicht nur Huldigungen, sondern erlitten, mit jeweils schwindendem Begehren seitens Picassos, auch eine sukzessive Demonantage. Da wurden die Körper der Frauen mit den Mitteln der Kunst zerklüftet, in bizarre erotisierende Formen zerlegt, zu Zerrbildern ihrer selbst. Herausgearbeitet hat das zuletzt die Kunstexpertin Rose-Maria Gropp in ihrem Buch: „Die Frauen und Picasso. ‚Göttinnen und Fussabstreicher‘ “. Françoise Gilot schrieb in den sechziger Jahren in ihren Erinnerungen: „Er [Picasso] behauptete mit Vorliebe: ‚Es gibt nur zwei Kategorien von Frauen – Göttinnen und Fussabstreifer.‘ Und immer, wenn er dachte, ich könne mich zu sehr als Göttin fühlen, tat er, was er konnte, um mich zum Fussabstreifer zu erniedrigen.“ Françoise Gilot war die einzige Frau im Leben des selbsternannten gottlgeichen Künstlers, die den Mumm hatte, ihn zu verlassen. Diese biografischen Aspekte machen das Porträt, das Landau Fine Art in Basel zeigt – jenseits künstlerischer und kunsthistorischer Aspekte – zu einem Messe-Highlight, das Sie nicht verpassen sollten.
Pablo Picasso, Femme dans un fauteuil (Françoise), 1948–49 / Landau Fine Art.
Landau Fine Art, Montreal, Canada & Meggen, Switzerland
In den letzten Jahren zeigt die internationale Kunstwelt zunehmend Interesse an zuvor nur wenig beachteten künstlerischen Positionen aus dem Globalen Süden. Aus Südafrika ist in der Sektion „Statements“ der Art Basel unter anderem die SMAC Gallery dabei. „Statements“ präsentiert in 18 Solo-Schauen aufstrebende Künstler:innen. Bei SMAC sind Werke der 1992 geborenen Bonolo Kavula zu sehen, die vor allem mit einem Baumwollstoff arbeitet, den die Europäer im 19. Jahrhundert nach Südafrika brachten und der dort bis heute für traditionelle Kleidung verwendet wird. Kavula zerlegt die bedruckten Stoffe, in denen die Kolonialgeschichte ihrer Heimat eingewoben ist, in winzige Punkte und macht daraus neue Textilien, filigrane Arbeiten, die zwischen Tapissierie und Skulptur changieren. Ein weiteres junges Talent der „Statements“-Sektion, vertreten von der Cooper Cole Gallery aus Toronto, ist die afghanische Künstlerin Hangama Amiri, die als junges Mädchen mit ihren Eltern vor den Taliban floh und heute in Kanada lebt. Amiri schafft eine Art textile Malerei, die kraftvoll und fröhlich ist und die alltägliche Lebenswelt der Frauen in ihrem Heimatland spiegelt. „Frauen in Afghanistan machen sich heute mehr denn je zu Recht Sorgen um ihre Zukunft, ihre Identität und ihre Autonomie in der Gesellschaft“, sagt Amiri. Gerade deshalb wolle sie sich in ihrer Arbeit weiter auf diese Frauen beziehen, die „inmitten großer Instabilität dennoch nach progressiven Veränderungen streben”. Aufstrebende Kunst entdecken lässt sich in Basel nicht nur in der „Statements“-Sektion der Art Basel, sondern auch auf der Liste Art Fair Basel, einer kleineren Kunstmesse, die weitgehend zeitgleich zur Art Basel stattfindet. Die Liste Art Fair Basel lädt seit 28 Jahren herausragende Galerien der jüngeren Generation ein, neueste Entwicklungen in der internationalen zeitgenössischen Kunst zu präsentieren – und profitiert von den angereisten Besuchern der Art Basel. Statt findet die Entdeckermesse vom 12. bis zum 18. Juni 2023 in der Halle 1.1 der Messe Basel.
Bonolo Kavula, Nonyana, 2023 / SMAC Gallery
Bonolo Kavula, Nonyana, 2023 / SMAC Gallery
Hangama Amiri, Noon, Still-life with Salad and Qabeli Palaw, 2023 / Cooper Cole
Hangama Amiri
Die Entdeckermesse Liste Art Fair Basel
Courtesy Liste Art Fair, Moritz Schermbach
Wer in den Genuss hochkarätiger Kunst kommen möchte, ohne sich durch gedrängte Messehallen zu kämpfen, dem bietet die Sektion „Parcours“ eine gute Gelegenheit. 25 über die Stadt verteilite Installationen, Skulpturen, Interventionen und Performances präsentiert die Art Basel darin. Zu entdecken sind die Werke auf eigene Faust, mit Audio Guide oder in geführten Art Walks. „Parcours“ lädt Besucherinnen und Besucher ein, nicht nur zeitgenössische Kunst, sondern auch die Stadt Basel eingehend zu erkunden. Gezeigt wird zum Beispiel eine Arbeit des französisch-schweizerischen Künstlers Julian Charrière, der als Feldforscher an entlegene Orte dieser Erde reist – zu Gletschern, Vulkanen oder dem radioaktiv verseuchten Bikini Atoll – und uns mit seinen eindringlichen Videoarbeiten die Schönheit und Fragilität der Natur und unseres Planeten vor Augen führt. Ebenfalls zu sehen in der „Parcours“-Sektion ist eine Skulptur der belgischen Künstlerin Berlinde De Bruyckere. De Bruyckere setzt sich darin mit Themen wie Einsamkeit, Anonymität und universalem menschlichen Leid auseinander. Anrührend und verletzlich steht, ja hängt Bruyckeres „Arcangelo III“ auf seinem Sockel, gesichtslos und scheinbar geschunden wie Christus am Kreuz. Wer es heiterer mag, den werden sicher die acht Strohriesen des Schweizers Kaspar Müller erfreuen.
Berlinde De Bruyckere, Arcangelo III, 2023 / Galleria Continua
Cortesy of Art Basel
Kaspar Müller, acht Figuren, 2023 / Société
Courtesy of Art Basel
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