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京都传统町屋重生 | Maana Kamo 的禅意美学

2023/04/15 00:00:00
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京都传统町屋重生 | Maana Kamo 的禅意美学-0
Reise nach Japan: Die zwei Unternehmerinnen Hana Tsukamoto und Irene Chang schaffen mit ihren Gästehäusern „Maana Kamo“ einen Ort der Besinnung.
In seinem Buch „Lob des Schattens“ schreibt der japanische Schriftsteller Tanizaki Jun’ichiro 1933, die Schönheit liege nicht in den Dingen, sondern entfalte sich erst dort, wo Licht und Dunkelheit aufeinandertreffen. Das Gästehaus „Maana Kamo“ in Kyoto scheint die­sem Grundsatz mit sorgsamer Kon­sequenz zu folgen: Hinter dem Ein­gangs­bereich tut sich ein mit Tatami-Matten ausgelegtes Wohnzimmer aus dunklem Holz auf, das die Besucher:innen in wohl­tuende Dunkelheit hüllt. Eine Schiebetür aus Shoji-Papier verbirgt eine steinerne Badewanne unter einer mond­artigen Papierlater­ne mit Blick auf einen kleinen Garten unter freiem Himmel. Eine onsenartige Ruheoase, ganz unvermittelt an einer geschäftigen Straße in Kyoto.
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Dekorative Elemente wurden auf ein Minimum reduziert, um Licht und Schatten wirken zu lassen. Mitsuru Wakabayashi
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Eine onsenartige Badewanne dient als Ruheoase im Badezimmer, das in einen kleinen Garten überläuft. Renee Kemps 
Im „Maana Kamo“ herrscht Harmonie und Sinnlichkeit
Hinter dem „Maana Kamo“ stecken die Unternehmerinnen Hana Tsukamoto und Irene Chang. „Als wir das Haus fanden, war es in einem katastrophalen Zustand“, sagt Hana Tsukamoto. Gemeinsam mit dem Architekten Shigenori Uoya schickten die Jugendfreun­dinnen sich an, das hundert Jahre alte Stadthaus neu zu beleben. Um die architektonische Integrität der Räume wiederherzustellen, kratzen sie die Vinyl­verkleidung von den Wänden, entfernten Deckenkacheln und kaputte Die­len. „Das Haus war ziemlich dunkel“, erinnert sich Irene Chang. „Statt zu versuchen, das Sonnenlicht hineinzuzwingen, experimentierten wir lieber mit der Stimmung.“
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Haus mit Tiefenwirkung: Das „Maana Kamo“, das der japanische Architekt Shigenori Uoya restaurierte, schafft den Spagat zwischen traditioneller Ästhetik und moderner Einkehr. Mitsuru Wakabayashi
Uoya zog dunkle Holzwände ein und füllte das Haus mit zurückhaltenden Möbeln. Nur eine Handvoll Objekte schmückt die Räume. Diese visuelle Leere ist bemerkenswert anregend: Das Schlafzimmer wirkt wie ein holzummantelter Kokon, der nur durch ein kleines Dachlicht erhellt wird. „Die Schönheit der traditionellen japanischen Stadthäuser liegt nicht in ihrer Dekoration, sondern in ihren strukturellen Elementen“, erläutert Hana Tsukamoto. Unnötiges müsse eliminiert werden, um Notwendiges sprechen zu lassen. Die machiya genannten hölzernen Stadthäuser Kyotos gehörten einst Kaufleuten und Handwerker:innen. Sie befinden sich in der Regel in ruhigeren Wohngegenden. So wie das „Maana Kyoto“, das 2018 eröffnete erste Gäste­haus von Chang und Tsukamoto. Das in warmen Erdfar­ben gehaltene Haus wirkt traditioneller als das „Maana Kamo“, weil die ursprünglichen Holzdecken, Fensterrah­men und Shoji-Schiebetüren erhalten werden konnten. Ein maßgefertigter Holztisch mit niedrigen Rattansitzen definiert den Wohnbereich, hinter dem ein kleiner Garten liegt. Die Küche wurde in ein luxuriöses Badezimmer umgewandelt, das auf den Ahorn­baum im Garten blickt, die Badewanne wurde von Kunst­handwerker:innen aus Shigaraki-Keramik gefertigt.
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Ruhepol: Das „Maana Kyoto“ ist das traditionellste der drei Häuser. Die ursprünglichen Decken, Fensterrahmen und Shoji-Schiebetüren konnten er­halten und restauriert werden; nur die Küche wurde vergrößert und wanderte von der Rückseite des Hauses auf die Straßenseite. Sonny Zehnder
Die traditionellen Ma­chi­yas stehen unter Denkmalschutz
„Wir versuchen, wo immer möglich den Charakter der Häuser zu erhalten“, sagt Hana Tsu­ka­moto. Um so auch einen Kontrapunkt zu setzen. Denn die Machiyas, die einst die Straßen der Kaiserstadt säumten und Brände, Erdbeben und Neubauwellen überlebten, drohen Opfer der Luxus­­hotellerie zu werden. Je­den Tag werden Ma­chi­yas abgerissen, selbst wenn sie unter Denkmal­schutz stehen. Die Bußgelder sind ein Witz, gerade in Japan, wo der Fortschritts­glaube gern gegen den architektonischen Bestand ausgespielt wird, und erst recht in Kyoto, wo der Tourismus eine große Einnahmequelle ist.
Viele Landsleute schauen dem Verfall tatenlos zu. „Die meisten Japaner:innen halten einen modernen Lebens­stil für unvereinbar mit einem Machiya“, sagt Irene Chang. Zu alt, zu beengt finden sie die Verhältnisse. Die beiden Frauen wollen beweisen, dass es geht – und zugleich die Lücke zwischen Airbnbs und Boutique­hotels schließen. Der Check-in findet per Tablet statt, aber ein Con­cierge ist rund um die Uhr erreichbar und reserviert auf Wunsch kurzfristig Restau­rants, lässt einen Kaiseki-Liefer­service kommen oder eine Masseurin. Maanas neu­estes Objekt, das „Maana Kiyomizu“, das gerade in der Nähe des historischen Stadt­viertels Gion eröffnete, hat sogar ein kleines kissaten – eine Art Teestube, die den ganzen Tag über leichte Küche anbietet.
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Neben den drei Suiten gibt es ein kleines Studio, das sich der Pflege traditionellen Kunsthandwerks verschrieben hat, und ein kissaten mit saisonaler Küche. Renee Kemps 
Antike Möbel paaren sich mit modernen Stücken
Im Gegensatz zu den anderen Häusern ist das „Maana Kiyomizu“ kein eigenständiges Gästehaus, sondern besteht aus drei Suiten. Eine hat eine große Badewanne mit Blick auf den Toyokuni-Schrein; in der zweiten ist das Schlafzimmer in eine gitterartige Bambusstruktur gehüllt, die  nor­malerweise unter traditionellen Putzwänden verborgen ist. Ein anderer Raum wurde mit Washi-Paneelen des Künstlers Wataru Hatano ausstaffiert. Antike Holzbänke gesellen sich zu modernen Stühlen von Karimoku Case Study oder Hängeleuchten von Elsa Foulon.
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Die Essenz der alten Welt: Das „Maana Kiyomizu“ wurde von Shigenori Uoya und Takeshi Ikei renoviert. Hana Tsukamoto
Japanische Handwerkskunst erlernen
Einige der handgefertigten Stücke in den Suiten kann man nebenan bei Pieces of Japan kaufen: Das Studio dient außerdem als Werkstatt, in der Gäste auch selbst an Kursen teilnehmen und zum Beispiel kintsugi (das Reparieren zerbrochener Töpferwaren mit Goldlack) oder sashimono, die subtile Kunst der japanischen Holzschreinerei, erlernen können. „Es geht darum, eine Beziehung aufzubauen zu den Din­gen, die uns umgeben“, betont Irene Chang. „Kyoto ist viel mehr als nur schöne Gärten und Tempel. Es ist eine bescheidene Art zu leben, die wir unseren Gästen vermitteln wollen.“
Weitere Einblicke in die Gästehäuser „Maana Kamo“
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Askese auf Zeit: Die Gästehäuser setzen auf Minimalismus, natürliche Materialien und sanfte Farben. „Ruhe ist ein Geisteszustand, der sich in allen japanischen Wohnumgebungen widerspiegelt. Die Zen-Lehre ist eine starke Inspiration für unsere Projekte“, sagt Hana Tsukamoto. Renee Kemps 
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Die Küche befand sich ursprünglich auf der Rückseite des Hauses. Nach der Vergrößerung wanderte sie auf die Seite der Straße. Renee Kemps 
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Die Schmucknische beherbergt Antiquitäten, die einen betont schlichten Lebensstil vermitteln. Renee Kemps 
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